CHRONIK

SLO: Inspektorat prüft Treibstoffhändler

Vor der Einführung des neuen Preismodells bei Benzin und Diesel kam es in Slowenien zu erheblichen Problemen wegen Kraftstoffmangels. Spekulationen, dass die Treibstoffhändler unmittelbar vor dem erwarteten Preisanstieg absichtlich das Angebot gedrosselt hätten, werden nun vom Marktinspektorat geprüft.

An vielen Tankstellen im ganzen Land ging am Wochenende der Sprit aus, mancherorts setzten sich die Probleme auch am Montag fort. Die Tankstellenbetreiber begründeten das mit der größeren Nachfrage von Touristen auf der Rückreise sowie heimischen Verbrauchern, die noch günstiger tanken wollten. Außerdem hätte es logistische Probleme bei der Belieferung von Tankstellen gegeben, hieß es.

Wirtschaftsminister Marjaž Han versicherte am Montag, dass es im Land ausreichend Vorräte gebe, sodass man sich keine Sorgen über Kraftstoffmangel zu machen brauche. Regierungschef Robert Golob bezeichnete den Spritmangel an den Tankstellen als „ein Skandal in jeder Hinsicht“. Die Händler hätten sich auf die Situation besser vorbereiten müssen, so Golob laut Medien mit Blick darauf, dass diese vorhersehbar gewesen sei. Die Regierung hat das neue Preismodell vergangene Woche angekündigt.

Trotz Anstiegs sind die Spritpreise in Slowenien den Medien zufolge noch immer niedriger als in Nachbarländern, etwa in Österreich und Italien. Die Preise seien vergleichbar mit Kroatien, wo sie abseits der Autobahnen nach der jüngsten Intervention bei umgerechnet 1,74 Euro pro Liter für Benzin und 1,80 Euro für Diesel liegen. Auf den kroatischen Autobahntankstellen, wo die Regierung nicht interveniert hat, beträgt der Preis 1,87 Euro für ein Liter Normalbenzin und 1,94 Euro für Diesel, wie kroatische Medien berichteten.

Die neue slowenische Regierung hat vergangene Woche beschlossen, die Preisdeckelung, die im Mai noch von der Vorgängerregierung eingeführt wurde, abzuschaffen. Das Preisregime sei wegen millionenschwerer Entschädigungsforderungen der Treibstoffhändler untragbar, hieß es zur Begründung. Stattdessen wurde per Dienstag, ein zweistufiges Preismodell mit Marktpreisen auf den Autobahntankstellen und regulierten Preisen abseits der Autobahnen eingeführt. Diese Regelung wird zwölf Monate gelten, die regulierten Preise werden im 14-Tage-Takt bestimmt.