POLITIK

Für genauere Honig-Kennzeichnung

Die slowenische Ratspräsidentschaft macht auf EU-Ebene Druck, um eine genauere Kennzeichnung von Honig mit Blick auf die Herkunft zu erreichen. Verbrauchern solle die Möglichkeit gegeben werden, klar zu erkennen, aus welchem Land die unterschiedlichen Sorten von Honigmischungen kommen, so Agrarminister Podgoršek.

Bisher gilt für die Kennzeichnung: Wenn Honig aus der EU mit Importhonig etwa aus China vermengt wird, muss dies nur allgemein auf der Verpackung angegeben sein als „Mischung von Honig aus EU-und Nicht-EU-Ländern“. Theoretisch können kleine Mengen EU-Honig mit einem Großteil billiger Importe vermengt werden, ohne dass Verbraucher dies genau nachvollziehen können.

„Die Aktualisierung der Vorschriften für die Kennzeichnung von Honigmischungen ist eine der Hauptprioritäten des slowenischen Ratsvorsitzes“, sagte der slowenische Landwirtschaftsminister Jože Podgoršek am späten Montagabend nach einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen. Eine Anpassung stärke auch die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Imker auf dem internationalen Markt.

Viele andere EU-Länder würden den Vorstoß unterstützen. Slowenien hat derzeit turnusgemäß den Vorsitz unter den EU-Ländern. Man erwarte konkretere Ergebnisse im kommenden Jahr, wenn Frankreich den EU-Vorsitz übernommen habe. Anfang des Jahres hatte auch Deutschland grundsätzlich einen Vorstoß unterstützt, der eine genauere Kennzeichnung forderte.

Eine Million Unterschriften für europaweiten Bienenschutz

Vor zwei Wochen erreichte die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten!“ eigenen Angaben zufolge genügend Unterschriften, damit sich die EU-Kommission mit ihren Forderungen beschäftigen muss. „Dass uns dies trotz der massiven Einschränkungen durch die CoV-Krise gelungen ist, zeigt, wie sehr die Menschen ein Umsteuern in der Agrarpolitik fordern“, kommentierte Veronika Feicht, Agrarreferentin am Umweltinstitut München.

Das Anliegen der Initiative ist es, den Einsatz von synthetischen Schädlingsbekämpfungsmitteln schrittweise zu beenden, Produktionsmethoden in der Landwirtschaft umweltfreundlicher zu gestalten und die EU-Agrarpolitik weniger auf industrielle und konventionelle Landwirtschaft auszurichten.

Damit die EU-Kommission eine Europäische Bürgerinitiative berücksichtigt, muss diese in einem vorgegebenen Zeitraum eine Million Unterschriften sammeln. Zudem ist eine bestimmte Anzahl von Unterschriften in mindestens sieben Mitgliedsstaaten notwendig.