Visoki predstavnik mednarodne skupnosti za Bosno in Hercegovino (BiH) Valentin Inzko.
Reuters/Dado Ruvic
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POLITIK

Bosnien-Beauftragter: Deutscher folgt Inzko

Valentin Inzko (72) gibt sein Amt als internationaler Bosnien-Beauftragter am 1. August ab. Nach monatelangem Tauziehen hat sich der Lenkungsausschuss des Friedensimplementierungsrates (PIC) für Bosnien-Herzegowina nun auf die Ernennung des deutschen Ex-Ministers Christian Schmidt als Nachfolger verständigt.

Inzko hatte schon länger auf eine Staffelübergabe gedrängt, doch scheiterte dies an einer Blockade Russlands. Russland habe der Entscheidung nicht zugestimmt, teilte der Lenkungsausschuss des Friedensimplementierungsrates in einer Fußnote mit. Moskau konnte den Beschluss aber auch nicht verhindern.

„Die Botschafter des Lenkungsausschusses des Friedensimplementierungsrates haben heute formell Christian Schmidt zum nächsten Hohen Repräsentanten in Bosnien-Herzegowina ernannt“, hieß es in einer Aussendung. Schmidt werde sein Amt am 1. August übernehmen, „wenn der Rücktritt Herrn Inzkos wirksam wird“.

„Lange währendes, außerordentliches Engagement“

Der Lenkungsausschuss dankte Inzko „für sein lange währendes, außerordentliches Engagement und seinen gewaltigen Beitrag zur Umsetzung des Dayton-Friedensabkommens und zur Sicherheit und Stabilität in Bosnien-Herzegowina“.

Der Kärntner Diplomat aus Suetschach/ Sveče wachte seit März 2009 als Vertreter der internationalen Gemeinschaft über die Einhaltung des Dayton-Friedensvertrags und war damit fast so lange im Amt wie seine sechs Vorgänger zusammen, darunter sein Kärntner Landsmann Wolfgang Petritsch (1999-2002).