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Wirtschaft

BIP-Rückgang und Milliardenhilfspaket

Slowenien rechnet wegen der Corona-Krise mit einem deutlichen Konjunktureinbruch. Nach Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts der Regierung (UMAR) wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) heuer um 6 bis 8 Prozent schrumpfen.

Zwei Milliarden schweres Corona-Hilfspaket

Die Regierung in Slowenien hat unterdessen ein rund 2 Milliarden Euro schweres Hilfspaket beschlossen, um die Folgen der Corona-Epidemie für die Wirtschaft und Bevölkerung zu mildern. Das Maßnahmenpaket hat laut Regierungschef Janez Janša das Ziel, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Potenziale während der Krise zu erhalten, damit die Gesellschaft nach dem Ende der Epidemie wieder normal funktionieren kann. Bei dem sogenannten Corona-Paket im Wert von rund 2 Mrd. Euro handle sich um das größte Paket von Stimulierungsmaßnahmen in der slowenischen Geschichte, sagte der Ökonom Matej Lahovnik, Leiter einer Gruppe von Wirtschaftsexperten und Unternehmer, die die Regierung bei den Maßnahmen beraten hat.

Mit den Maßnahmen werden unter anderen Unternehmen unterstützt, die ihre Beschäftigten vorübergehend kündigen müssten. Der Staat wird mindestens für zwei Monate die Sozialbeiträge für diese Beschäftigte bezahlen. Für alle, die während der Epidemie krankgeschrieben werden, wird das Krankengeld vom ersten Tag an von der staatlichen Krankenkasse bezahlt. Geplant ist auch ein staatliches Garantieschema für den Ankauf von Forderungen, die Zahlungen der Körperschaftssteuer werden vorläufig ausgesetzt.

Selbstständigen, die wegen der Krise einen starken Arbeitsausfall erlitten haben, wird der Staat ein monatliches Grundeinkommen in der Höhe von 70 Prozent des Mindestlohns und ihre Sozialbeiträge bezahlen. Unterstützungsmaßnahmen sind auch für Landwirte vorgesehen. Pensionisten mit den niedrigsten Pensionen werden einen Zuschuss erhalten. Die Regierung arbeitet bereits an einem zweiten Hilfspaket, das sich insbesondere auf die Liquidität der Unternehmen fokussieren soll.

BIP könnte heuer von sechs bis acht Prozent schrumpfen

Wie stark die exportorientierte slowenische durch die Corona-Krise betroffen sein wird, wird laut UMAR von der weiteren Entwicklung und Dauer der Pandemie abhängen. „Selbst unter der Annahme, dass die aktuelle angespannte Situation und Störungen in Produktion und dem Dienstleistungssektor zwei Monate dauern werden, können wir mit einem BIP-Rückgang von mehr als 5 Prozent rechnen. Unter diesen Voraussetzungen liegt unsere Prognose derzeit bei sechs bis acht Prozent“, hieß es. Erst vor zwei Wochen hatte UMAR seine Konjunkturprognose für dieses Jahr auf ein Wachstum von 1,5 Prozent halbiert. Seither habe sich die Situation erheblich geändert, hieß es.