Slowakischer Abend auf der Donau

Das Donauufer Handelskai im Schoße Wiens. An diesem warmen Frühlingsabend symbolisiert diese Schiffsanlegestelle die Untrennbarkeit eines Europas, dessen Grenzen verschwimmen. Mit dem „slowakischen Abend auf der Donau“ feiert die Volksgruppe heuer zum 5. Mal den Beitritt der Slowakei zur Europäischen Union vor 15 Jahren.

Immer wieder erklingen vor allem bei uns in Österreich Melodien über die schöne blaue Donau.“ Die Wiener Slowakin Helena Steiner ließ für ihren „Slowakischen Abends auf der Donau“ den Fluss zum Podium werden. Dort feierten die Volksgruppenmitglieder und Freunde ihre Kultur, mindestens genauso beschwingt, wie sich die Wellen des berühmten Flusses durch den Lauf der Geschichte stets winden.

Als Ort dafür wählte die Organisatorin Helena Steiner kein geringeres Schiff, als das großzügige MS Admiral Tegethoff. Dass für Kultur Grenzen kein Begriff sind, sie stattdessen Rührung und Gefühl verkörpert, zeigt vor allem dieses Herzensprojekt der Wiener Slowakin Helena Steiner: „Ich bin sehr froh, dass die Menschen vor allem wegen der Atmosphäre kommen, nicht nur wegen der guten Musik und des guten Essens. Ich liebe die Slowakei. Das, dass ich nicht immer dort sein kann, ist schwer für mich, so versuche ich diese Lücke zu füllen und mich mit diesen Menschen und der Kultur zu umgeben, damit ich mich wenigstens ein bisschen wie zu Hause fühle“, erzählt Steiner in der aktuellen Sendung Dia:tón, am 3.Juni 2019 | 21:40 Uhr, Radio Burgenland.

Tänze der Koryphäen des wiener-slowakischen Volksmusikensembles Rozmarín lassen an diesem Abend Volksgruppenherzen an Deck schmelzen. Freundschaftliche Gespräche, Zimbalklänge, Wein- und Käseverkostungen glaubten nicht mehr übertroffen werden zu können. Doch als Marian Greksa und seine Band mit den größten Hits der beliebten Band „Modus“ das gesamte Schiffdeck in Vibrationen versetzte, war es, als wäre etwas altbekanntes, gemeinsames wiederum neu geboren worden.

„Es ist wunderschön hier, ich freue mich, dass so viele Slowaken hergekommen sind. Ich kenne noch viele aus Bratislava, die ich hier treffe und wundere mich dann: ‚Aso, du lebst jetzt in Wien‘. Ich empfinde es auch nicht international, oder als Träger der Kultur. Ich singe nur gerne und ich habe das Glück, dass ich auch davon leben kann“, sagt Marian Greksa, Sänger der Band Modus.

An einem solchen Abend fehlte natürlich auch die Kulturreferentin des Österreichisch-Slowakischen Kulturvereins Edith Veith nicht. Gemeinsam mit ihrer Tochter Ingrid Fux gehört sie zu den Stammgästen des „Slowakischen Abends auf der Donau“:

„Es ist sehr magisch, dass wir einander so nah sind und uns dieser Fluss endlich wieder so verbindet, wie es auch schon über die Jahrhunderte war“, freut sich Edith Veith und ihre Tochter Ingrid Fux ergänzt: „Wir fühlen uns hier immer sehr wohl, vor allem, weil wir Slowaken hier zusammen sind, auch weil es immer ein super Programm mit Spitzenmusikern gibt. Außerdem gibt es auch kulinarisch immer slowakische Spezialitäten.“

Auch der Direktor des Slowakischen Instituts Igor Skoček ließ es sich nicht nehmen, am MS Admiral Tegethoff das Tanzbein zu slowakischen Hits zu schwingen. In Sonnenuntergangstimmung war er an Deck anzutreffen, bei einem netten Gespräch mit Helena Steiner: “Es ist symbolisch, dass wir hier auf der Donau sind, man sagt ja immer dass Flüsse die Nationen vereinen. Ich bin geborener Bratislaver. Ganze Jahrzehnte blickte ich auf die Donau, die kam aus Österreich, das so fern entfernt lag von uns. Jetzt bin ich hier und diese Symbolik ist hervorragend, dass wir jetzt hier alle gemeinsam, Österreicher und Slowaken auf einem Schiff hier an Klosterneuburg entlang fahren, ist wunderbar. Es ist so symbolisch und so schön, wir können es nur genießen. Ich danke Helena Steiner dafür, dass solche Ideen ihrem Kopf entspringen“, so Igor Skoček, Direktor des Slowakischen Instituts Wien.

Genuss gekoppelt mit Kultur, das schätzten die österreichischen Slowaken auch an diesem Abend außerordentlich. „Es lebe die Veränderung | Nech žije zmena“. Gemeinsam mit diesen Strophen seiner Band Modus verkündet Sänger Marian Greksa an diesem „Slowakischen Abend auf der Donau“ einmal mehr auch die Veränderung, hin zur Gemeinsamkeit. Eine Gemeinsamkeit, die genau vor 30 Jahren ihren neuerlichen Beginn zwischen den europäischen Ländern einläutete.