Roma sam

Eberhardt Riegler | Hilfe für Roma in Valchid, Rumänien

Seit nunmehr 30 Jahren leitet Eberhardt Riegler die Einrichtung „Rumänienhilfe Schwechat“. Durch die Unterstützung der Pfarren Mannswörth, Schwadorf und Schwechat, sowie diversen Initiativen, können seit drei Jahrzehnten bedürftige Menschen in Rumänien mit Kleidung, Lebensmittel, sauberem Wasser und medizinisch versorgt werden.

On demand | Roma sam | 19.8.2019

Riegler war selbst vor Ort und packte mit an. Ein großes Projekt wurde umgesetzt, das vor allem auf eine langfristige Sanierung und in weiterer Folge auf die Eigenversorgung der Bevölkerung abzielte. Eberhardt Riegler, der selbst Diakon in der Pfarre Mannswörth ist, berichtet über die Anfänge der Rumänienhilfe und wie sich daraus immer mehr eine Romahilfe entwickelte.

Chancengleichheit für Roma

Der Rassismus und die Diskriminierung in Rumänien sind weitaus höher als in westlichen Ländern. Im rumänischen Dorf Valchid leben ca. 600 Menschen, ca. 90% davon sind Roma. Die meisten von ihnen leben in Armut und der kaum vorhandenen staatlichen Unterstützung – ein Paradebeispiel für die Situation der Roma in Rumänien. Eberhardt Riegler will hier ansetzen, um den Roma die Perspektivlosigkeit zu nehmen, denn viele haben einfach aufgrund ihrer Abstammung keine Chancengleichheit und das könnte, so Riegler über das europaweite Thema.

Freund Rudolf Sarközi

Schon vor seinem Einsatz für die Roma in Rumänien verband ihn eine besondere Freundschaft mit dem verstorbenen Vorsitzenden des Österreichischen Kulturvereins für Roma, Rudolf Sarközi. Mit ihm würde er gerne noch heute zusammenarbeiten und einiges verändern, so Riegler. Die gemeinsame Geschichte der beiden begann jedoch weitaus früher, als ihnen bewusst war.

In Österreich werden in Armut lebende Roma vom Sozialsystem aufgefangen – in Rumänien ist dieses nicht existent.

Junge Roma haben dort kaum eine Chance beruflich fußzufassen und werden systematisch vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt.

„After School Programm“

Ein Projekt, das junge Roma unterstützt und ihnen die Möglichkeit zu einem besseren Bildungszugang geben möchte, ist das „After School Programm“ für Kinder von 6 bis 15 Jahre. Die Kinder haben hier die Möglichkeit nach der Schule eine Nachmittagsbetreuung anzunehmen, die eine Lernhilfe, sowie Verpflegung beinhaltet. Der nächste Schritt ist nun ein Projekt zu starten, bei dem Roma-Jugendliche nach der Schule die Möglichkeit auf eine Ausbildung bzw. Lehre haben. Es soll zu Beginn zwei Berufszweige geben, die später ausgeweitet werden sollen.

Es gäbe zwar einige Projekte in Rumänien, die versuchen den Roma Unterstützung zukommen zu lassen, diese sind aber meist nur kurzfristig oder punktuell über das Land gestreut. Es bedarf einer EU weiten Regelung und Unterstützung, so Riegler, ansonsten würde sich die Situation nur verschlechtern.