Diana Dworzack und Irina Spataru
Mario R. Czory
Mario R. Czory
Roma Sam | Politik

Irina Spataru | Neue Präsendentin des Roma-Jugendnetzwerks ternYpe aus Österreich

Mit ihrem Ansatz für Internationalität und gegen Nationalismus innerhalb der Roma-Communitys setzt sich Irina Spataru bei der Präsidentschaftswahl des Jugendnetzwerkes durch. Mit ihr steht erstmals eine aus Österreich stammende Romni an der Spitze der internationalen Organisation ternYpe.

Radio „Roma sam“ | 18. März 2024 | 20:50 Uhr

Präsentiert von Susanne Horvath | Live Radio Burgenland

Die französisch-rumänische Romni Spataru kommt Anfang der 1990er Jahre mit ihren Eltern nach Wien. Schon im Kindergarten wird ihr klar gemacht, dass sie anders sei. Als Teenager schaut sie den Film „Gadjo Dilo – Geliebter Fremder“ und empfindet große Sympathie für die Protagonistin. An diesem Punkt beschließen ihre Eltern, ihr die Wahrheit über ihre Herkunft zu sagen. Von da an engagiert sie sich in der Roma-Jugendarbeit und geht offen mit ihrer Identität um.

Irina Spataru
ORF
Irina Spataru | Präsidentin des European Youth Network ternYpe

Es sei offensichtlich, dass die Europäerinnen und Europäer wenig über die Geschichte der Roma wüssten, wie Spataru anmerkt. Sie betont jedoch auch, dass die Geschichte der Roma ursächlich für die heutige Situation in Europa sei. Dies gelte es anzuerkennen und in die diversen Strategien zur Verbesserung der Lage der Roma in Europa einfließen zu lassen.

Das ternYpe – International Roma Youth Network wurde 2010 gegründet und vereint Roma-Jugendorganisationen aus Albanien, Bulgarien, Deutschland, Ungarn, Italien, Mazedonien, der Slowakei, Spanien und Polen.

Diana Dworzack, eine Burgenland-Romni, lädt Spataru zu einem Besuch in Auschwitz ein. Es soll der Ausgangspunkt ihrer Arbeit mit Roma-Jugendlichen werden. Dworzack arbeitet zunächst mit Jugendlichen auf kirchlicher Ebene und engagiert sich später auch in der Arbeit mit Roma-Jugendlichen. Der Verein Romano Centro ermöglicht ihr die Vernetzung mit jungen Roma und Romnja aus ganz Europa und eröffnet ihr neue Möglichkeiten. Heute ist sie Vorstandsmitglied bei ternYpe und vertritt Österreich.

Roma-Jugend ist unsichtbar

Spataru, die sich für mehr Sichtbarkeit und Mitsprache von Roma-Jugendlichen wünscht, hält die Repräsentation der Roma und Romnja in Österreich für problematisch. Zu gering seien die Mitsprachemöglichkeiten für Jugendliche. Spataru, die nun seit gut einem Jahrzehnt in der Jugendarbeit mit Roma und Romnja aus ganz Europa tätig ist, setzt sich für mehr Bildung im Bereich Menschenrechte ein. Dabei ist für Spataru die Aufklärung über die Verfolgung von Roma und Romnja, insbesondere im Nationalsozialismus, ein wichtiges Ziel. Gemeinsam mit Dworzack, der Ansprechpartnerin in Österreich, hofft sie auf mehr Engagement der österreichischen Roma-Vereine, um die Roma-Jugend voranzubringen und sie in die europäischen Netzwerken einzubinden.