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ROMA SAM | GEDENKEN

Gedenken an Roma-Attentat in Oberwart

In der Nacht vom 4. auf den 5. Feber 1995 sind vier Menschen einem rassistisch motivierten Attentat zum Opfer gefallen. Die vier Volkgruppenangehörigen der Roma wurden mit einer als Stehschild getarnten Rohrbombe ermordet. Die Romapastoral der Diözese Eisenstadt lud auch heuer zum jährlichen Gedenken „Am Anger“.

Gedenken  am Anger
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Radio „Roma sam“ | 12. Februar 2024 | 20:50 Uhr

Präsentiert von Susanne Horvath | Live Radio Burgenland

Das Attentat vor 29 Jahren, unweit der Oberwarter Roma Siedlung, erschütterte ganz Österreich. Als die vier Männer – Erwin Horvath, Karl Horvath, Josef Simon und Peter Sarközi eine Tafel mit der rassistischen Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ entfernen wollten, explodierte die Sprengfalle. Manuela Horvath, Leiterin der Romapastoral, organisiert die jährliche Gedenkfeier. „Die Gedenkfeier zu organisieren ist für mich eine emotionale Herausforderung, da ich beim Attentat zwei Cousins verloren habe“, so Manuela Horvath.

Lea Heider, Schülerin
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Lea Heider | Schülerin

Die Romapastoral der Diözese Eisenstadt bindet auch immer jugendliche Volksgruppenangehörige in die jährliche Gedenkveranstaltung ein. Heuer befasste sich die 15-jährige Lea Heider, intensiv mit dem Thema. Die Schülerin wohnt in der Oberwarter Roma-Siedlung und hat für die Gedenkfeier eine Rede vorbereitet. „Es ist notwendig, dass wir auch diesen Teil der österreichischen Geschichte kennenlernen und daraus lernen, denn der Anschlag hat gezeigt, wohin Rassismus führen kann“, so Lea Heider.

Weihbischof Franz Scharl
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Franz Scharl | Weihbischof

Das ökumenische Gebet leiteten Superintendent Robert Jonischkeit und Weihbischof Franz Scharl. „Das jährliche Gedenken an die vier Attentatsoper ist ein wichtiger Akzent, dass man wach bleibt, denn Rassismus ist nicht verschwunden aus dieser Welt. Man müsse dort hinschauen, wo Rassismus entsteht und dagegen vorgehen“, mahnte Weihbischof Franz Scharl.

Emmerich Gärtner-Horvath
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Emmerich Gärtner-Horvath | Beiratsvorsitzender der Volksgruppe der Roma

Die Roma, die erst zwei Jahre vor dem Anschlag als Volksgruppe anerkannt wurden, rückten zum ersten Mal in den Fokus der Öffentlichkeit. Politik und Gesellschaft wurde auf die Volksgruppe der Roma aufmerksam. „Die Mehrheitsbevölkerung sei offener geworden und auf die Volksgruppe mehr zugegangen. Sie hat sich auch für jene Probleme interessiert, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Wir haben Lösungen gesucht und auch gefunden, egal, ob auf der Ebene der Landes- oder der Bundespolitik“, so Emmerich Gärtner-Horvath, Beiratsvorsitzender der Volksgruppe der Roma.

Kerzen für Roma Opfer
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Bei der Gedenkveranstaltung nahmen unter anderem Landtagsabgeordnete Doris Prohaska (SPÖ), Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller (Grüne) und der Oberwarter Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) teil. Musikalisch umrahmt wurde das Gedenken von der „Post Meridiem Band“.