Mahnmal Lackenbach
Emmerich Gärtner-Horvath
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ROMA SAM | GEDENKKULTUR

Gedenkveranstaltung Lackenbach

Aufgrund der Initiative der burgenländischen Landesregierung und der österreichischen Lagergemeinschaft Auschwitz wurde am 6. Oktober 1984 das Mahnmal für die deportierten und ermordeten Roma und Sinti im sogenannten „Zigeuneranhaltelager“ Lackenbach vom damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirschläger enthüllt.

Ministerin Alma Zadic
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Alma Zadić | Justizministerin

Am Samstag, den 13. November 2021, fand an jenem Ort die alljährliche Gedenkfeier für die internierten Volksgruppenangehörigen statt. Justizministerin Alma Zadić erinnert an die Pflicht der Politik, alles zu tun, dass so schreckliche Taten nie wieder passieren.

Lager Lackenbach
Baumgartner
Anhaltelager Lackenbach

Im November 1940 wurde auf einem stillgelegten Gutshof das Lager Lackenbach errichtet. Es war damals das erste Lager im Burgenland. Den höchsten Lagerstand hatte die KZ ähnliche Einrichtung im Jahr 1941 mit 2335 Häftlingen, die alle ausschließlich aufgrund ihrer Ethnie eingesperrt und in späterer Folge in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald, Ravensbrück oder Mauthausen deportiert und anschließend vernichtet wurden.

Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich begann die Verfolgung der Roma und Sinti und die Errichtung des Anhaltelagers Lackenbach. Vor allem zwei Personen waren dafür verantwortlich. Der stellvertretende Gauleiter Tobias Portschy und der im Gau Niederdonau „Zuständige für Zigeunerfragen“ Bernhard Wilhelm Neureiter. Historiker Herbert Brettl erzählt in seiner Rede, wie es zur Errichtung dieses schrecklichen Ortes kam.

Enthüllung Informationstafel Lackenbach 2021
DANIEL FENZ
Die neue Informationstafel am Gedenkort

Radio „Roma sam“ | 22. November 2021 | 20:50 Uhr

Präsentiert von Susanne Horvath | Live Radio Burgenland

Am Gedenkort in Lackenbach wurde eine neue Infotafel enthüllt, die über die Hintergründe der Gedenkstätte informieren soll. Durch einen QR Code kann man so Wissenswertes über die Geschichte des Anhaltelagers Lackenbach erfahren. Mit Unterstützung der Gemeinde Lackenbach und der Kulturabteilung des Landes Burgenlandes wurde diese Tafel von der Wissenschaftlerin Erika Thurner, der Rechnitzer Gedenkinitiative und anderen Personen gemeinsam mit der Volkshochschule burgenländischer Roma initiiert. Horst Horvath, Geschäftsführer der VHS Roma, bat um Unterstützung aller Roma-Vereine Österreichs und der Politik.

Obmann Kulturverein österreichischer Roma Christian Klippl
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Christian Klippl | Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma

Die inhaftierten Roma und Sinti litten unter schweren Misshandlungen, Zwangsarbeit und Hunger. Viele verloren aufgrund der katastrophalen Umstände dort auch ihr Leben. Der Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, Christian Klippl, erwähnte in seiner Rede auch seinen persönlichen Bezug zu diesem Ort, an dem sein Onkel Rudof Sarközi auf die Welt kam. Auch die Sintizza Irene Petsch aus Pamhagen teil ihre Erinnerungen.

Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Oberpullendorf
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Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Oberpullendorf nahmen ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil und leisteten mit Plakaten, einer Choreografie und einer Rede, ihren Beitrag zum Gedenken an die Volksgruppenangehörigen. Landesrat Heinrich Dorner mahnte, nicht in eine Selbstverständlichkeit zu geraten, denn das Leid, die Ausgrenzung und den Rassismus gab es nicht nur während der NS-Zeit.