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Roma sam

16. Mai | Gedenken an Deportationen und Widerstand

Zum 80. Jahrestag der Deportationen von Romn_ja und Sinti_ze aus Köln und zum 76. Jahrestag ihres Widerstands gegen ihre geplante Ermordung in Auschwitz-Birkenau realisierten die Initiatoren/innen des Projektes „RomBuK“ eine Online-Veranstaltungsreihe. Sie trägt den Titel „Wider das Vergessen! Gedenken an Deportationen und Widerstand von Romn_ja und Sinti_ze am 16. Mai“.

Roma sam | 18. Mai 2020
20:50 Uhr | Radio Burgenland
Live

16. Mai 1944 | Tag des Widerstandes

Der 16. Mai ist ein essenzielles Datum für Roma und Sinti in Deutschland. 1940 wurden tausende Volksgruppenangehörige aus Köln in Konzentrationslager deportiert. Das Datum, 16. Mai 1944, markiert auch jenen Tag, der als Tag des Widerstandes in die Geschichte einging.

Zum Gedenken an Deportation und Widerstand von Romn_ja und Sinti_ze wurde vom Projekt „RomBuK: Bildung und Kultur“ vom Verein „Rom e.V. Köln“ eine Veranstaltungsreihe organisiert.

Wiener Journalistin Horvath moderiert

Am Freitag, 15.5.2020, fand die Auftaktveranstaltung mit einer Online Diskussion zum Thema Widerstand mit Ismeta Stojković, Alexander Diepold und Gordana Herold statt.

Nach einer kurzen Einleitung von Lisa Willnecker vom Rom e.V. zum Projekt „RomBuK: Bildung und Kultur“ übernahm die Wiener Journalistin und Aktivistin Gilda-Nancy Horvath die Moderation.

Widerstand schöpft Willen aus der Geschichte

Alexander Diepold, Geschäftsführer der Stiftung “Hildegard-Lagrenne-Stiftung, erzählte die Begegnung mit einem Zeitzeugen, der sich am 16. Mai 1944 am Aufstand in Auschwitz Birkenau beteiligt hatte. Dieses historische Ereignis bildet für ihn die Basis seines Vergleiches mit dem heutigen Widerstand.

Gordana Herold, Gründerin und Leiterin der Initiative „Romane Romnja“, schließt sich an die Äußerungen von Alexander Diepold an. Sie betont, dass der Widerstand oder sich gegen etwas zu wehren, eine gewisse Bildung, politische Aufklärung oder auch emanzipatorische Haltung verlangen würde. Aus den Ereignissen und Erfahrungen von damals, wie aus dem Widerstand der Inhaftierten im Lager 2 in Auschwitz Birkenau, könnten wir Schlüsse auch für die Gegenwart ziehen.

Politische Bildung schärfe Bewusstsein zum Widerstand

Ismeta Stojković vom Rom e.V., die in der Bildungsarbeit stark engagiert ist, stellt einerseits ein mangelndes Wissen bei der Mehrheitsgesellschaft darüber fest, was der Minderheit während der Nazi Herrschaft wiederfahren ist. Anderseits fehle der Mehrheit auch das Bewusstsein über ihre eigene Geschichte. Jedoch sei dieses nun innerhalb der Minderheit anzusetzen.

Gordana Herold konkretisiert die Begrifflichkeit der Bildung und hob die Wichtigkeit der politischen Partizipation hervor. Aber es solle dabei nicht darum gehen, nur für die eigene Gruppe da zu sein, sondern man sollte zeigen, für alle sozial und wirtschaftlich relevante Themenbereiche Kompetenz zu besitzen.

Bürgerbewegung zur politischen Umwälzung

Ausgewogen formulierte Alexander Diepold die Rolle der Bürgerbewegungen, die schon ein aktives Umdenken im Bewusstsein der politischen Elite als Entscheidungsträger bewirken.

Dass die Arbeit nach innen, um einen Widerstand zu provozieren, durch das Trauma und die damit verbundene Angst von Eltern- oder Großelterngenerationen des Holocaust gehemmt werde, sei sehr verständlich, sagte Alexander Diepold von der “Hildegard-Lagrenne-Stiftung. Um diese zu überwinden, bedürfe es noch Generationen.

Die Online-Veranstaltungsreihe geht am Donnerstag, 21.5., mit einer Theaterperformance zu Ende.

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Rom e.V. Köln | Motor der Partizipation

Der Rom e.V. Köln ist die Abkürzung der engagierten Vereinigung zur Verständigung von Roma und Sinti und nicht Angehörigen der Volksgruppe. Seit den 1980er Jahren setzt sich die Vereinigung unaufhörlich für eine politische und gesellschaftliche Teilhabe der Romn_ja und Sinti_ze ein.

Um den strukturellen und institutionellen Rassismus zu bekämpfen, rief der Verein Rom e.V. das Projekt „RomBuK: Bildung und Kultur“ ins Leben. Mit Bildungsangeboten, wie Workshops, kulturellen Veranstaltungen, Fortbildungen will „RomBuK“ die Öffentlichkeit, insbesondere die Multiplikator/innen und Jugendliche für antiromaistische Bilder und Praktiken sensibilisieren und somit eine kritische Reflexion ermöglichen.