Prag veranstaltet Festival gegen Totalitarismus

Mit der Verleihung von Auszeichnungen hat in Prag das internationale Festival gegen Totalitarismus „Mene Tekel“ begonnen. Auf dem Programm stehen bis zum 7. März Theateraufführungen, Gedenkveranstaltungen, Kinofilme und eine wissenschaftliche Konferenz.

Hauptthema ist in diesem Jahr die Verfolgung ganzer Familien während des Nationalsozialismus und des Kommunismus.

Erika Bezdíčková
Post Bellum
Erika Bezdíčková

In ihrer 2013 auch auf Deutsch erschienen Autobiografie „Mein langes Schweigen“ schildert die Autorin, wie sie nach der Rückkehr aus dem Konzentrationslager auf Verdrängung und antisemitische Vorurteile traf, obwohl die Tschechoslowakei selbst eines der ersten Opfer der Nationalsozialisten gewesen war.

Die Schriftstellerin und Holocaust-Überlebende Erika Bezdíčková wurde als „Dame der tschechischen Kultur“ geehrt. Der undotierte Preis sei ein symbolischer Dank für Tapferkeit und moralische Standhaftigkeit in schwierigsten Zeiten, sagte Tschechiens Kulturminister Antonín Staněk bei der Verleihung am Sonntagabend.

Der tschechische Landesrabbiner und Schriftsteller Karol Sidon darf künftig den Titel „Ritter der tschechischen Kultur“ tragen. In „Traum von meinem Vater“ beschrieb er seine Kindheit ohne den im Ghetto Theresienstadt getöteten Vater.

Karel Sidon und Jan Řeřicha Festival Mene Tekel
ČTK | Vít Šimánek
V.l.n.r.: Jan Řeřicha und Karel Sidon

In memoriam wurde das Wirken des 1994 in Bayern gestorbenen antikommunistischen Dissidenten und Liedermachers Karel Kryl gewürdigt.

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Mene Tekel | Das internationale Projekt gegen Totalität