(vlnr.): Lifebrain-Chef Michael Havel, Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), IKG-Präsident Oskar Deutsch und Künstlerin Dvora Barzilai anlässlich der Enthüllung des Mahnmals „Am Spiegelgrund“ in Wien.  (20.9.2022)
PETER HAUTZINGER / APA / picturedesk.com
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Wien

Neues Mahnmal für Spiegelgrund-Opfer

In Wien erinnert ein neues Mahnmal an die Opfer der NS-Anstalt „Am Spiegelgrund“, in der von den Nationalsozialisten zahlreiche Kinder und Jugendliche ermordet worden sind.

Enthüllt wurde dieses heute am Ort des Geschehens, also auf den Gelände der nunmehrigen Klinik Penzing, dem ehemaligen Otto-Wager-Spital. Der Gedenkort wurde von der Laborgruppe Lifebrain initiiert, die dort die Corona-PCR-Tests auswertet.

Gestaltet von Künstlerin Dvora Barzilai

Gestaltet wurde das Mahnmal von der Künstlerin Dvora Barzilai. Es symbolisiert die zehn Gebote und zeigt auch einen Teddybär, der auf die jungen Opfer verweist. Enthüllt wurde das Denkmal in Anwesenheit von Nationalratspräsident Wolgang Sobotka (ÖVP), Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), IKG-Präsident Oskar Deutsch und Lifebrain-Chef Michael Havel.

Rund 800 betroffene Kinder

Der Pavillon, in dem heute die Laborgruppe angesiedelt ist, war zwischen 1940 und 1945 Schauplatz der Euthanasiemorde. Kinder und Jugendliche mit geringerer geistiger und körperlicher Entwicklung wurden hier begutachtet, selektiert und getötet. An die 800 Kinder dürften der Aktion in den zum Areal der ehemaligen Pflegeanstalt „Am Steinhof“ gehörende Spiegelgrund-Gebäuden zum Opfer gefallen sein. „Das Wissen, dass auf diesem Gelände Hunderte unschuldige Kinder gequält und getötet wurden, ist für uns als Unternehmen und für mich persönlich ein Auftrag. Einerseits die Erinnerung an dieses dunkelste Kapitel der Medizingeschichte aufrechtzuerhalten und andererseits die Opfer dieser Tragödie nie zu vergessen“, betone Havel.

Systematische Ermordung von Kindern und Jugendlichen

„Der Eingang des Pavillon 15 war auch jener der von den Nationalsozialisten so zynisch genannten ‚Kinderfachabteilung‘. Hier wurden hunderte Kinder und Jugendliche mittels Medikamenten und Injektionen durch die Nationalsozialisten systematisch ermordet. Es ist ein sehr schmerzhaftes Kapitel unserer Stadt und dafür kann es kein Vergeben und darüber kein Vergessen geben“, sagte Hanke. Auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, hob hervor: „Der Mord an wehrlosen Kindern und Jugendlichen war Ausdruck der menschenverachtenden Rassenideologie der Nationalsozialisten. Wir erinnern der Opfer mit dem neu enthüllten Mahnmal für die Zukunft, damit die Schwächsten in unserer Gesellschaft den Schutz und die Menschenwürde erfahren, die ihnen unveräußerlich zusteht.“