Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch
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Petition

Visum für afghanische Forscherin gefordert

SOS Mitmensch fordert ein Visum für die afghanische Forscherin Amena Karimyan. Österreich habe der Astronomin schriftlich ein Visum in Aussicht gestellt, nachdem sie sich mit dem Schutzbrief zur Botschaft nach Pakistan durchgeschlagen habe, sei der Visumsantrag aber abgelehnt worden.

Nun befinde sich Karimyan „in einer höchst prekären Lage“, betonte heute die Hilfsorganisation. Vor Prüfung des Antrags könne kein Visum zugesagt werden, hieß es aus dem Außenministerium.

Einladung zu dreimonatigem Forschungsaufenthalt

„Es ist unfassbar und schockierend, dass das Außenministerium der jungen afghanischen Forscherin, die zu einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Österreich eingeladen wurde, zuerst schriftlich ein Visum zusichert und ihr dann die Türe nach Österreich buchstäblich vor der Nase zuschlägt“, kritisierte Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, in einer Aussendung und forderte Außenminister Michael Linhart (ÖVP) zum sofortigen Handeln auf. Die 25-jährige Forscherin und Frauenrechtsaktivistin habe ihr Leben riskiert, um aus Afghanistan zur österreichischen Botschaft in Pakistan zu gelangen. Auf dem Weg sei sie zwischenzeitlich von Taliban verhaftet und geschlagen worden, so Pollak. Ohne ein rasches Visum laufe sie jetzt Gefahr, mittellos und ohne Ausweg auf der Straße zu landen, warnt die NGO.

Forscherin könnte länger als drei Monate bleiben

Die Ablehnung des Asylantrags sei damit begründet worden, dass man nicht ausschließen könne, dass die junge Forscherin länger als drei Monate in Österreich bleibe, so SOS Mitmensch. Aus dem Außenministerium hieß es heute auf APA-Anfrage, „oberstes Prinzip bei der Evakuierung der Österreicherinnen und Österreicher und afghanischer Staatsangehöriger mit Aufenthaltstitel in Österreich aus Afghanistan war es, die Menschen möglichst rasch in Sicherheit zu bringen“. Um den Grenzübertritt auf dem Landweg unter anderem in Richtung Pakistan zu ermöglichen, seien sogenannte „Schutzbriefe“ ausgestellt worden. „Rechtlich ist es nicht möglich, ein Visum vor Prüfung des Antrags zuzusagen. Wo sich bei Prüfung des Antrags zeigt, dass die Voraussetzungen für die Erteilung nicht gegeben sind, darf das Visum nicht erteilt werden“, so das Außenministerium, das zu dem konkreten Fall aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Details nennen wollte.