Die weißrussische (belarussische) Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja im Rahmen eines Interviews mit der APA – Austria Presse Agentur in Wien. (5.11.2021)
GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
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Belarus-Österreich

Tichanowskaja traf Diaspora in Wien

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja ist gestern Nachmittag von in Österreich lebenden Landsleuten herzlich empfangen worden. Bei einer Versammlung am Wiener Donaukanal bedankte sich Tichanowskaja für die Unterstützung der Diaspora.

„Diese Treffen sind bei meinen Reisen immer der angenehmste Teil“, sagte sie. Anschließend besichtigte die Politikerin ein entstehendes Graffiti, das das 1995 von Alexander Lukaschenko abgeschafftes Nationalwappen zeigt.

Verweis auf Menschenrechte

In ihrer kurzen Rede im Ruth-Maier-Park im 2. Wiener Gemeindebezirk verwies Tichanowskaja vor etwa 30 Anhängerinnen und Anhängern insbesondere auf die Menschenrechtsthematik und erwähnte die Schicksale einiger konkreter politischer Gefangener in ihrer Heimat. „Niemand verdient so einen unmenschlichen Umgang“, sagte die Oppositionsführerin. Sie sprach von einer daraus resultierenden Wut, die sich jedoch in Energie verwandle und zum weiteren Kampf ansporne.

Belarus-Konferenz in Wien

„Alle, die hier sind, alle, die in Belarus sind, alle, im Exil sind, sind (in Kampf für die Demokratie, Anm.) stärker geworden“, erklärte die Politikerin, die im Zusammenhang mit einer Belarus-Konferenz heute nach Österreich gekommen ist. Sie hielt ihre Rede symbolträchtig auf Weißrussisch. Noch im Präsidentschaftswahlkampf 2020 hatte die damalige Kandidatin vor allem die russische Sprache verwendet. Eine junge Frau im Publikum, die sich als begeisterter Fan zu erkennen gab, fragte Tichanowskaja, wie sie ihre Situation fern der Heimat und angesichts ihres inhaftierten Gatten Sergej Tichanowski bewältige. „Du hast einfach keine andere Wahl. Du stehst auf und arbeitest, auch wenn es dir schlecht geht“, sagte sie. Andere säßen in Belarus im Gefängnis, hätten keine Möglichkeit normal zu leben und sie würden an die demokratischen Kräfte glauben.