Luftaufnahme vom Amazonas nahe Leticia, Kolumbien (20.11.2020)
RAUL ARBOLEDA / AFP / picturedesk.com
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Kongress

Indigenen-Antrag für Schutz des Amazonas

Indigene Gruppen aus Südamerika haben die Annahme ihres Antrags auf einen höheren Schutz des Amazonasgebiets beim Weltnaturschutzkongress als wichtigen Schritt begrüßt.

Der Kongress der Weltnaturschutzunion (IUCN) stimmte am Freitag in Marseille für die Vorlage der Indigenen, zum Schutz von 80 Prozent des Amazonasgebiets bis 2025 aufzurufen, um so den sogenannten Kipppunkt zu vermeiden, ab dem sich das Amazonasgebiet in Steppe verwandle.

Indigene sollen Gebiete selbst verwalten können

Damit sind der Generaldirektor und die Mitgliedsländer der IUCN dazu aufgerufen, das Ziel zu unterstützen und beispielsweise dafür einzutreten, dass Indigene neu geschützte Gebiete selbst verwalten können. Die 1948 gegründete Weltnaturschutzunion vereint staatliche und private mit dem Naturschutz befasste Akteure aus aller Welt und gibt unter anderem die internationale Rote Liste bedrohter Arten heraus. Experten aus über 160 Ländern berieten sich eine Woche lang unter anderem über den Schutz von Wasserreserven und Anpassung an Klimaveränderungen.

„Der Besonderheit und Vielfalt“ Rechung tragen

Der Antrag war unter anderem vom Dachverband der indigenen Gruppen im Amazonasbecken (Coica) eingebracht worden. Coica-Koordinator José Gregorio Diaz Mirabal rief zu Maßnahmen auf, die „der Besonderheit und Vielfalt der Ökosysteme und der Menschen, die sie bewohnen, Rechnung tragen.“ Die Indigenen seien gekommen, um ihre Heimat zu verteidigen und damit auch den Planeten zu schützen.

Indigene als „Hüter des Waldes“

Die Coica mit Sitz in Quito vertritt mehr als zwei Millionen Indigene in Südamerika. Sie beruft sich auf wissenschaftliche Studien, unter anderem der Welternährungsorganisation, die zuletzt gezeigt haben, dass Indigene die besten „Hüter des Waldes“ im Kampf gegen Umweltschäden und Klimawandel sind. Dem Amazonasbecken kommt eine Schlüsselrolle für das Weltklima zu.