Schulaktion „Komm, wir singen!“

Mit der Schulaktion „Komm, wir singen!“ sollen sieben ausgewählte Lieder Schülerinnen und Schüler in Österreich künftig mehr zum Singen animieren.

„O du lieber Augustin“, zwei Jodler, das Scherzlied „Und jetzt gang i ans Petersbrünnele“, das Gstanzllied „Der Weg zu mein’ Dirndle is stoanig“, Gstanzlsingen nach verschiedenen Melodien sowie das Lied „Amazing grace“ (mit deutschem Text von Hubert von Goisern wurden für das Projekt auserkoren.

Österreichisches Volksliedwerk

Österreichisches Volksliedwerk

v.li n.re: Else Schmidt, Lehrerin Haydn Gymnasium mit ihren Schülerinnen, Martin Waldauf FI für Musikerziehung Tirol, Anita Frühwirth Schulprojekt „Mit allen Sinnen“, Hubert von Goisern, Josef Pühringer Präsident und Irene Egger Geschäftsleiterin Österr. Volksliedwerk

Projekt des österreichischen Volksliedwerks

„Komm, wir singen!“, heißt das vor einem Jahr gestartete Projekt des Österreichischen Volksliedwerks, in dessen Rahmen Schulen aufgefordert waren, Lieder für ein gemeinsames Repertoire vorzuschlagen, das künftig besonders propagiert und gepflegt werden soll. 2.040 Schüler, 190 Lehrpersonen und 60 Referenten und Ensembles hätten sich an Schulprojekten beteiligt und insgesamt 400 Liedvorschläge eingebracht, hieß es gestern bei einem Pressegespräch in Wien. Aus den Mehrfachnennungen hat Schirmherr und „Trägerrakete“ Hubert von Goisern seine Auswahl getroffen, einzig der „Lärchenjodler“ sei ihm dabei ein persönliches Anliegen gewesen, sagte der Musiker.

Schirmherr Hubert von Goisern

Nicht alles, was mehrfach gewünscht war, findet sich nun auf der Liste: „The Lion Sleeps Tonight“ aufzunehmen sei aus Rechtegründen leider nicht möglich gewesen, Goiserns eigenes „Weit, weit weg“ habe er ebenso wie „Brenna tuats guat“ bewusst draußen gelassen: „Das wär’ mir zu persönlich gewesen“, sagte der populäre Musiker, der durchklingen ließ, dass bei einem eigenen Projekt seine Auswahl eine andere gewesen wäre. Dann wären wohl auch schwierigere Melodien und kritischere Texte aufgenommen worden.

„Wir haben eben eine gewisse Eigenart“

Bedenken, ob mit der getroffenen Auswahl der in heimischen Klassenzimmern vorhandenen Diversität nicht zu wenig Rechnung getragen werde, teilt man nicht. „Es heißt halt ‚Österreichisches Volksliedwerk‘ und nicht ‚Europäisches Volksliedwerk‘. Wir haben eben eine gewisse Eigenart. Den kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen, hätte dem Projekt nicht genützt“, sagte Hubert von Goisern. „Diversität und Interkulturalität sind in den Lehrplänen nicht unterbelichtet“, versicherte der oberösterreichische Ex-Landeshauptmann Josef Pühringer, Präsident des Österreichischen Volksliedwerks.

In unterschiedlichsten Sprachen singen

Irene Egger, Volksliedwerk-Geschäftsleiterin, verwies darauf, dass etwa zu den Melodievorlagen der Gstanzln Texte in den unterschiedlichsten Sprachen gesungen werden können. Projekte wie „Jodeln macht Schule“, bei dem in Vorarlberg jodelähnliche Techniken aus anderen Kulturen untersucht wurden, oder „Volkslied remix“, bei dem man sich im Kärntner Sittersdorf auch mit dem Lied vom Petersbrünnele sowohl in deutscher als auch in slowenischer Sprache beschäftigt habe, sind dabei Vorbilder. „Gemeinsames Singen hat einen großen gesellschaftlichen Stellenwert“, betonte Pühringer. „Singen steht für das Positive, das Verbindende!“

Gemeinsames Konzert mit Hubert von Goisern

In diesem und dem kommenden Schuljahr sind nun Schulen aller Schulstufen und -typen eingeladen, die sieben Lieder im Rahmen von Projekten einzustudieren. Die Volksliedwerke der Bundesländer unterstützen die Umsetzung mit Vermittlungsmaterial, Referenten oder finanziellen Mitteln. Ende des nächsten Schuljahres soll es dann ein gemeinsames Konzert mit Hubert von Goisern geben.

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