„Alles möglich Serbin Österreicherin“ von Hannah Stippl, 2021 im Rahmen der Ausstellung „Na prvi pogled / Auf den zweiten Blick / At Second Glance“
Hannah Stippl
Hannah Stippl
Online-Ausstellung

„Na drugi pogled / Auf den zweiten Blick“

Die Beziehung zwischen ÖsterreicherInnen und SerbInnen steht in der Online-Ausstellung „Na drugi pogled / Auf den zweiten Blick / At Second Glance“ im Fokus. Anlass ist das 20-jährige Bestehen des Österreichischen Kulturforums Belgrad.

Dafür wurden Arbeiten zehn visueller Künstlerinnen und Künstler aus Serbien sowie zehn weiterer aus Österreich von einer Jury aus über 300 Werken ausgewählt. „Es sind Werke, die auf Klischees und Vorurteile anspielen, die Österreicher und Serben gegenüber hegen, und zwar trotz – oder gerade wegen – der engen historischen Beziehungen und verworrenen historischen Migrationen“, heißt es dazu in der Ankündigung.

„Na drugi pogled / Auf den zweiten Blick / At Second Glance“

Online-Ausstellung

„Alles möglich Serbin Österreicherin“

Eine der 20 Arbeiten ist „Alles möglich Serbin Österreicherin“ von Hannah Stippl, in der sie Stellengesuche von serbischen und österreichischen Frauen gegenüberstellt. „Hinter jeder dieser Anzeigen, die täglich in Zeitungen und im Internet erscheinen, steckt eine Lebensgeschichte, mit allen Unsicherheiten und Identitätsverschiebungen. Welche Klischees und Vorurteile bestehen trotz oder gerade wegen der engen historischen Beziehungen und der verflochtenen Migrationsgeschichte?“, betont die Künstlerin.

„Ausgewanderte/Eingewanderte Wörter“

„Ausgewanderte/Eingewanderte Wörter“ ist der Titel der Arbeit von MIRArt Mirjana Đorđević-Thaler, in der die Zusammenhänge und gegenseitigen Einflüsse von Sprachen sichtbar werden. Das 30 Minuten lange Video stellt eine persönliche Reflexion über eine lange Untersuchung zum Thema Kontakt zwischen der deutschen und serbischen Sprache dar. Von „аблендовати – abblenden“ bis „der Zar – цар“ werden Wörter der Germanismen, Slawismen und Serbismen animiert, die Einfluss in diverse gesellschaftliche Bereiche nehmen.

Themenschwerpunkte

Gemäß Jury stehen bei den meisten ausgewählten Arbeiten die Beziehungen zwischen Serbien und Österreich vor dem Hintergrund dreier Themen im Vordergrund: Der Erste und Zweite Weltkrieg, das Erbe der „Gastarbeiter/innen“ sowie die aktuellen Wirtschaftsmigrationen. Weitere Werke setzten sich mit persönlichen Erfahrungen des „Andersseins“ nach einem Aufenthalt in Österreich bzw. Serbien sowie mit gegenseitigen sprachlichen Einflüssen und Ähnlichkeiten zwischen den beiden Kulturen auseinander.