Menschen in der Fußgängerzone (22.1.2008)
HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com
HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com
16.11.2020

Umkämpfte Solidaritäten

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erlesenes Erforschen“ der Universitätsbibliothek Wien wird das Buch „Umkämpfte Solidaritäten. Spaltungslinien in der Gegenwartsgesellschaft“ präsentiert und Vorstellungen von Solidarität diskutiert.

Den Autorinnen und Autoren des Buches „Umkämpfte Solidaritäten“ – Annika Schönauer, Saskja Schindler, Ulrike Papouschek, Jörg Flecker und Carina Altreiter – geht es um den Wandel von Solidaritätsvorstellungen.

Erlesenes Erforschen: Umkämpfte Solidaritäten

Montag, 16. November 2020, 18.30-20.30 Uhr, Online-Veranstaltung

Linker und rechter Solidaritätsbegriff

Lange Zeit sei Solidarität eine Grundfeste der Arbeiter­bewegung und der politischen Linken gewesen. Ihr Begriff von Solidarität beruhte auf Klasse, nicht auf Herkunft oder Nation. Nun beschwören aber auch rechte und rechtsextreme Parteien vermehrt Solidarität und versuchen den linken Solidaritätbegriff zu ersetzen. In deren Vorstellung gehe es darum, die einheimische Bevölkerung vor vermeintlichen Bedrohungen von außen zu schützen.

Buchcover „Umkämpfte Solidaritäten. Spaltungslinien in der Gegenwartsgesellschaft“
Promedia Verlag

Differierende Blickweisen auf Solidarität

Menschen in Österreich sind von den Autorinnen und Autoren über ihre beruflichen Erfahrungen und ihr persönliches Umfeld befragt worden. In den Gesprächen geht es um Sozialleistungen, Zuwanderung, soziale Gerechtigkeit, aber auch um ganz persönliche Erfolge, Sorgen und Nöte. Die im Buch versammelten Erfahrungen zeigen, wie stark differierende Blickweisen auf die Welt zustande kommen, die als Ausdruck gesellschaftlicher Spaltungen gesehen werden können. Aber, stimmt der Eindruck, auch jenseits der Debatte um den Umgang mit Migrantinnen und Migranten oder Geflüchteten würden mühsam erkämpfte Solidaritäten leichtfertig über Bord geworfen? Die Stärke einer Gesellschaft zeige sich jedoch gerade darin, dass sie den Schwachen helfen kann und will. Ist diese Erkenntnis auch heute noch gültig?

Programm

  • Begrüßung: Maria Seissl, Leiterin DLE Bibliotheks- und Archivwesen
  • Vortrag: „Warum geraten wir uns über Solidaritätsvorstellungen in die Haare?“ von Jörg Flecker, Institut für Soziologie, Universität Wien
  • Lesetheater: „Dass den eigenen Leuten nicht geholfen wird, ist traurig“ von Eszter Hollosi und Jakub Kavin, Erstes Wiener Lesetheater

Podiumsdiskussion:

  • Carina Altreiter, Soziologin und Buchautorin
  • Renate Brauner, Bevollmächtigte der Stadt Wien für Daseinsvorsorge und Kommunalwirtschaft
  • Christian Konrad, Initiator der Allianz „Menschen.Würde.Österreich“
  • Robert Misik, Journalist und Schriftsteller
  • Moderation: Marlene Nowotny, ORF-Radio Ö1

Schönauer, Annika / Schindler, Saskja / Papouschek, Ulrike / Flecker, Jörg / Altreiter, Carina: Umkämpfte Solidaritäten. Spaltungslinien in der Gegenwartsgesellschaft. Promedia Verlag. 2019. 200 Seiten. 17,90 Euro. ISBN: 978-3-85371-460-7