Der Eingansgbereich zum Haus der Geschichte Österreich (7.11.2018)
HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
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Online-Schwerpunkt

hdgö erinnert an das Kriegsende 1945

Am 8. Mai jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) feiert das Jubiläum der Befreiung vom Nazi-Terrorregime mit einem Online-Schwerpunkt.

Unter dem Titel „1945 – Hoffnungen und Widersprüche“ sind zahlreiche Artikel, Videos und Webausstellungen auf der Seite des hdgö gesammelt. Damit will das Haus teils völlig neue Einblicke in eine Zeit des Übergangs zwischen NS-Herrschaft und Demokratie, totalem Krieg und alliierter Verwaltung breit zur Verfügung stellen.

8. Mai als Gedenktag in Österreich

„Erst in den letzten Jahren gewinnt der 8. Mai als Gedenktag in Österreich an Bedeutung. Dabei stellt dieser Tag, an dem wir vom Terror des Nationalsozialismus befreit wurden, für Österreich den Start in eine demokratische Zukunft dar. Das ist ein wirklicher Anlass zum Feiern“, betont hdgö-Direktorin Monika Sommer in einer Aussendung. „Die individuellen Erfahrungen des Jahres 1945 sind ambivalent und lassen sich nicht auf einen Nenner bringen. Auch nach Gründung der Republik und Kriegsende kam es zu gewaltsamen Übergriffen, Plünderungen und Vergewaltigungen. Aber nicht 1955 mit der Unterzeichnung des Staatsvertrags, sondern die Wiederherstellung von Demokratie und Rechtsstaat im Jahr 1945 ist die entscheidende Zäsur.“

„41 Tage. Kriegsende 1945 – Verdichtung der Gewalt“

1945 begann ein vorsichtiger Aufbruch in die Zukunft. Wie die Wochen im April und Mai verlaufen sind, lassen die Fotos und Texte von „41 Tage. Kriegsende 1945 – Verdichtung der Gewalt“ erahnen. Lange Zeit war zum offiziellen Kriegsende am 8. Mai das Bild einer „Stunde Null“ gezeichnet worden, das allerdings Kontinuitäten überdeckt und daher aus Sicht vieler Historikerinnen und Historiker keine taugliche Metapher für das Kriegsende ist. Wie die Menschen in Österreich das Kriegsende und die Kapitulation des Deutschen Reiches erlebt haben, war je nach individueller Lage und Aufenthaltsort unterschiedlich.

Phase des Übergangs in Fotos

Einblick in die unmittelbare Nachkriegszeit geben die Momentaufnahmen aus der Webausstellung „Zwischen den Zeiten: 1945 in Fotos“. Sie zeigen die Monate zwischen der Kapitulation und den ersten Wahlen im November 1945 aus Sicht von Profi- und Amateurfotografie. Neben bekannten Bildern sind viele bislang noch nie öffentlich gezeigte Fotografien aus spezialisierten Archiven und privaten Sammlungen aus ganz Österreich zu sehen. Die einzigartigen Fotos machen greifbar, welche Erfahrungen 1945 aufeinanderprallten.

„Mahnung für die Gegenwart“

„Das Jubiläum von 75 Jahren Kriegsende ist gleichzeitig eine Mahnung für die Gegenwart. Gerade in der jetzigen Krise sollten wir nicht vergessen: Man darf nicht müde werden, diese Demokratie zu pflegen. Das Jahr 1938 führt uns vor Augen, wie binnen kürzester Zeit Menschenrechte missachtet, Grundrechte zerstört und Leben vernichtet wurden. Die Geschehnisse dieser Zeit immer wieder zu thematisieren, sehen ich als wesentlichen Auftrag für das Haus der Geschichte. Auch der Ort verpflichtet: Wir sind direkt am zentralen Platz unserer Republik, dem Heldenplatz angesiedelt und tragen eine entsprechende Verantwortung“, so Monika Sommer.