Vatikanstadt

Kardinal Czerny wird neuer Leiter der Vatikan-Entwicklungsbehörde

Der kanadische Kurienkardinal Michael Czerny, Migrationsexperte im Vatikan, rückt interimistisch zum neuen Leiter der vatikanischen Entwicklungsbehörde auf. Er ersetzt ab 1. Jänner 2022 Kardinal Peter K. Appiah Turkson, teilte der Vatikan am Donnerstag mit.

Czerny, Migrationsexperte im Vatikan, ist seit 2017 Untersekretär des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. Geboren 1946 in der damaligen Tschechoslowakei und nach Kanada emigriert, trat er 1963 dem Jesuiten-Orden bei. 1973 wurde er zum Priester geweiht und 1978 in Chicago promoviert. 1979 gründete er im kanadischen Toronto ein „Zentrum für Glaube und Soziale Gerechtigkeit“ und leitete es zehn Jahre lang. 1992 kam er als Sekretär für Soziale Gerechtigkeit an die Generalkurie der Jesuiten nach Rom.

Die Ordensfrau Alessandra Smerilli wurde zur Sekretärin derselben Behörde ernannt. Am vergangenen Freitag hatte sich der Ghanaer Turkson bereits von seinen Mitarbeitern verabschiedet.

Genaue Gründe für den Wechsel wurden nicht genannt. Bereits seit einigen Tagen kursierten laut Kathpress Spekulationen, dass Turkson kurz vor der Ablösung stehe. So berichteten mehrere Medien am vergangenen Freitag, dass er sich von seinen Mitarbeitern bereits verabschiedet habe. Hintergrund sei, so die Medienberichte, dass eine interne Untersuchung im Sommer gravierende Führungsmängel im Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen ergeben habe. Der aus Ghana stammenden Turkson selbst hatte Anfang der Woche erklärt, dass seine Amtszeit regulär auf fünf Jahre beschränkt sei und somit in diesem Jahr auslaufe.

Das Dikasterium umfasst seit 2017 die früheren Aufgabengebiete der Päpstlichen Räte für Gerechtigkeit und Frieden, für Migranten und für Gesundheit. Ebenfalls integriert wurde der Rat „Cor unum“, der die Entwicklungshilfe des Heiligen Stuhls koordinierte. Papst Franziskus wollte mit der Zusammenlegung Synergien schaffen.