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Mo | 13.02.2012
APA/Schütz Edgar
Katastrophale Situation
Die Situation in zwei Roma-Wohnvierteln im Nord-Kosovo ist vom Europarat als "sehr seriöse humanitäre Katastrophe" charakterisiert worden.
Es sei skandalös, dass fünf Jahre nach der Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor der Gefahr, der diese Menschen wegen des hohen Bleigehalts im Boden ausgesetzt seien, noch nichts unternommen worden sei, sagte Europarats-Menschenrechtsbeauftragter Thomas Hammarberg in Prishtina.
Auf Schutthalden mit verseuchten Minenresten errichtet
Die zwei Roma-Siedlungen in Zvecan und Leposavic wurden auf Schutthalden mit verseuchten Minenresten errichtet. Die Siedlungsbewohner dürften nicht zu Opfern des Kompetenzstreites zwischen Pristina, UNMIK und Belgrad werden, hob der Menschenrechtsbeauftragte zum Abschluss eines viertägigen Kosovo-Besuchs hervor.

Hammarberg forderte zugleich die kosovarischen Institutionen und internationale Organisationen auf, sich stärker für die Aufklärung des Schicksals von rund 2.000 vermissten Personen zu engagieren. In der städtischen Leichenkammer von Pristina befinden sich zurzeit noch immer mehr als 100 nicht identifizierte Leichen von Kriegsopfern.
Flüchtlinge nicht zur Rückkehr zu drängen
Als ein einzigartiges Problem bezeichnete Hammarberg auch die Bemühungen einiger westlicher Staaten, die Flüchtlinge vom Kosovo in die Heimat zurückkehren zu lassen. In einer Situation, in der sich der Kosovo mit einer 50-prozentigen Arbeitslosigkeit auseinandersetze, käme dies einer Menschenrechtsverletzung gleich, meinte der Menschenrechtsbeauftragte des Europarates, der an die westlichen Staaten appellierte, Flüchtlinge zuerst nicht zur Rückkehr in den Kosovo zu drängen.