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Mo | 13.02.2012
"Le Monde" Hartes Vorgehen gegen Roma
Die unabhängige französische Tageszeitung "Le Monde" kritisiert das verschärfte Vorgehen gegen straffällige Roma in Frankreich:
"Da ist nun eine Bevölkerungsgruppe, die die Regierung nicht 'stigmatisieren' will - und der sie doch den Stempel des Verdachts aufdrückt... Der Elysée-Palast setzt alles auf die Waffe der Unterdrückung. Roma, die die 'öffentliche Ordnung' gestört oder Betrugsdelikte begangen haben, werden 'praktisch sofort' nach Rumänien oder Bulgarien abgeschoben. Innerhalb von drei Monaten soll die Hälfte der illegalen Lager aufgelöst werden. Dies ist nach Angaben von France Terre (einer Menschenrechtsorganisation) die Fortsetzung einer Politik, die bereits seit 2002 geführt wird."
"Sarkozy kann als Wächter des nationalen und sozialen Zusammenhalts nicht dem fahrenden Volk die Schuld einiger ihrer Mitglieder aufbürden. Von mehr als 400 000 registrierten Landfahrern in Frankreich sind 95 Prozent Franzosen und zwei Drittel von ihnen sind sesshaft. Die Roma, was auf Hindi "Männer" heißt, sind eine Minderheit und hauptsächlich Einwanderer aus Osteuropa, besonders aus Rumänien und Bulgarien. Sie gehören unterschiedlichen Gemeinschaften an, die zwischen den EU-Ländern hin und her geschoben werden. Innerhalb der nächsten drei Monate soll die Hälfte der illegalen Lager aufgelöst werden. Dies bezeugt das Versagen des Staates und der Gemeinden, das Gesetz von 1990 zu befolgen, nach dem Städte mit mehr als 5000 Bewohnern Aufnahmegelände für die Landfahrer bereitstellen müssen".