Volksgruppen ORF.at Ungarn
Fr | 24.05.2013
Ágnes Heller. (Bild: EPA)
13.7.2012
Ermittlungen gegen Heller eingestellt
Die Ermittlungen gegen ehemalige ungarische Dissidenten wie die Philosophin Ágnes Heller wurde mangels an Beweisen eingestellt, berichteten ungarische Medien.
Der sogenannte "Philosophenprozess" war letztes Jahr von Gyula Budai, dem Sonderbeauftragter zur Ermittlung von Korruption und Amtsmissbrauch der rechtskonservativen Regierung, angestoßen worden.
Staatsanwalt weist Anschuldigungen zurück
Dabei wurde Ágnes Heller sowie dem Philosophen Mihály Vajda und dem Literaturwissenschaftler Sándor Radnóti vorgeworfen, staatliche Fördergelder während der sozialliberalen Regierung "zweckentfremdet" ausgegeben zu haben.

Die Budapester Staatsanwaltschaft wies die Anschuldigungen jetzt zurück und konstatierte, es habe keine Gesetzesverletzung gegeben. Die Medien schreiben von einer "neuen Ohrfeige" für Gyula Budai, der damit eine "neue Schlacht" verloren hätte.
Vorverurteilung durch "Magyar Nemzét"
Noch bevor die Ermittlungen im Vorjahr gegen Heller, Vajda und Radnóti begannen, hatte die rechtsnationale ungarische Tageszeitung "Magyar Nemzét" diese bereits zu Schuldigen gemacht. Die Betroffenen hätten umgerechnet 1,8 Millionen Euro in den Jahren 2004/2005 von der sozialliberalen Regierung als Belohnung für ihre liberale Gesinnung erhalten, wurde behauptet.

Ágnes Heller wies die Beschuldigungen entschieden zurück. Namhafte Kollegen, darunter der deutsche Philosoph Jürgen Habermas, hatten in einem Brief an die Ungarische Akademie der Wissenschaften ein Ende der "Hetzkampagne" verlangt.