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So | 19.05.2013
Viktor Orbán (Bild: EPA)
5.7.2012
Provokationen aus USA stoppen
"Antisemitische Provokationen aus den Vereinigten Staaten gegen Ungarn" müssten gestoppt werden. Dies hat der ungarische Premier Viktor Orban am Dienstag in einem Brief an 50 Mitglieder des Washingtoner Kongresses gefordert und sie um Hilfe ersucht.
Er reagierte damit auf eine Aufforderung der US-Angeordneten an die führenden Kräfte Ungarns, "ihre Stimmen gegen den Antisemitismus und jede Form des Fanatismus zu erheben".
Orbán verweist auf erzielten Erfolge
In seinem Antwortschreiben an die Kongressmitglieder erinnerte Orbán daran, dass in Ungarn "die durch ihn geführte politische Gemeinschaft, die auf christdemokratischer Basis beruht, seit Jahrzehnten um ihre Freiheit und die Achtung der menschlichen Würde" kämpfe. Über die hier erzielten Erfolge könne die ungarische Botschaft in Washington "gerne mit Details dienen", so Orbán.
Angriffe von USA unterstützt
Während seiner Regierungstätigkeit sei die durch ihn geführte Gemeinschaft und er selbst "bedeutenden antisemitischen Angriffen ausgesetzt", wobei die hinter den Angriffen stehenden Kräfte die größte Unterstützung aus den Vereinigten Staaten erhielten.

Ein ungarisches Nachrichtenportal, das um gerichtliche Konsequenzen zu vermeiden, in die USA geflohen sei, bezeichnete Orbán als "ungarische Zentrale des Antisemitismus".
US-Regierung lehnte Ansuchen ab
Werde dieses "Problem gelöst, würden die ungarischen Kräfte des Antisemitismus bedeutend geschwächt". Aus diesem Grunde ersuchte Orbán die Abgeordneten des Washingtoner Kongresses, die aus den USA geförderten antisemitischen Provokationen zu stoppen. Nachdem die US-Regierung "unser Ersuchen ablehnte, bitte ich um Ihre Hilfe", so der Wortlaut des Briefes.
"Besorgnis" wegen Jobbik-Partei
In ihrem Brief Ende Juni hatten die Kongressmitglieder ihre "Besorgnis" wegen des Antisemitismus der ungarischen rechtsradikalen parlamentarischen Jobbik-Partei betont. Deren einstige Präsidentschaftskandidatin Krisztina Morvai habe die Juden aus Israel als "lausige, dreckige Mörder" bezeichnet und den ungarischen Juden gedroht, "ihre Zeit ist abgelaufen".
Elie Wiesel brachte Stein ins Rollen
Der Brief der Abgeordneten des Washingtoner Kongresses erfolgte, nachdem der Holocaust-Überlebende und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel seine hohe ungarische staatliche Auszeichnung zurückgegeben hatte. Der amerikanische Schriftsteller ungarischer Herkunft hatte den Verzicht auf das Großkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn mit dem wachsenden Antisemitismus und dem Erstarken der Verehrung faschistischer Ideologie begründet. Von einem Staat, der nicht auf Distanz gehe zur faschistischen Vergangenheit, wolle er keine Auszeichnung tragen, betonte Wiesel.