Volksgruppen ORF.at Ungarn
Mo | 13.02.2012
Logo der Jobbik-Partei.
28.1.2010
Entsetzen über FPÖ Kontakt mit Jobbik
Kontakte der FPÖ mit der ungarischen rechtsextremen Partei Jobbik sorgen für Protest. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) zeigte sich zum Holocaust-Gedenktag darüber entsetzt.
In einer Aussendung hieß es, man sei fassungslos darüber, dass es "ohne Aufschrei der demokratischen Parteien" Kontakte der "offen neofaschistischen ungarischen Jobbik-Partei" mit der FPÖ geben könne.
Treffen vor einigen Wochen in Wien
Vor einigen Wochen hatten Jobbik-Vertreter den FPÖ-Klub in Wien besucht, bestätigte der außenpolitische Sprecher der FPÖ, Johannes Hübner auf Anfrage.

Mitte Jänner habe dann er selbst auf deren Einladung hin bei einer Jobbik-Wahlkampfveranstaltung in Budapest eine kurze Ansprache gehalten.

Es habe sich bei dem Besuch um einen "ersten Kontakt gehandelt", eine Kooperation gebe es aber nicht, sagte der Nationalratsabgeordnete weiter.
Unterstützung bei Wahlkampfauftakt
Hübner hatte beim Wahlkampfauftakt der ungarischen Partei am 16. Jänner nach einigen Worten auf Ungarisch zum Zusammenhalt und zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien aufgerufen, berichtete die Internetseite einer zentralungarischen Lokalorganisation von Jobbik.

Im April finden in Ungarn Parlamentswahlen statt, wobei der bisher nicht im Parlament vertretenen rechtsextremen Jobbik gute Chancen zugesprochen werden.
Verband rechtsextremer Parteien ohne FPÖ
Jobbik hatte im Oktober in Budapest einen EU-weiten Verband rechtsextremer Parteien gegründet, an dem auch die französische Front National (FN) beteiligt ist.

Parteivizechef Zoltan Balczo hatte damals bekanntgegeben, dass auch mit der FPÖ Verhandlungen geführt würden.

Nach Angaben Hübners laufen derzeit jedoch keine Gespräche zwischen den beiden Parteien und die FPÖ sei dem Verband auch nicht beigetreten.