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Di | 14.02.2012
KZ Sachsenhausen - dpa/Karlheinz Schindler
"Was kommt als Nächstes?"
Die Vernetzungsplattform der österreichischen Lagergemeinschaften (ÖLG) fragt sich, ob man viele Jahre der eindeutigen Aussagen und Aktivitäten mit einer eidesstattlichen Erklärung wegwischen kann und antwortet "so einfach wie kurz: Nein, kann man nicht!"
"Es ist für uns untragbar"
Die Überlebenden der KZ betrachten es als Verhöhnung ihres Beitrages zur Wiederherstellung eines freien und demokratischen Österreich, "wenn Barbara Rosenkranz jahrelang entweder selbst die Schrecken der NS-Herrschaft relativiert oder sich zumindest ständig in einem politischen Umfeld bewegt, in dem diese Relativierung bis hin zur Verleugnung der NS-Verbrechen präsent war und ist. Es ist für uns untragbar, das NS-Verbotsgesetz auch nur irgendwie in Frage zu stellen." Die übliche Strategie der FPÖ, so die ÖLG weiter, "zuerst einmal durch diese Relativierungen und andere Aussagen zu beleidigen und dann nötigenfalls diese (halbherzig) zu widerrufen, passt auch hier in das Bild, welches Barbara Rosenkranz abgibt. Zuerst eine eindeutige Botschaft in Richtung des rechten und rechtsextremen Lagers und dann mit großer Zeitverzögerung der öffentliche Widerruf, um dem Druck gegen sie zu begegnen. Es läuft unserem Selbstverständnis von demokratischer Politik entschieden zuwider, wenn Personen wie Barbara Rosenkranz, die sich mit ihren Aussagen außerhalb des demokratischen Grundkonsenses gestellt hat, als Kandidatin zur Wahl des Bundespräsidenten aufgestellt wird."
"Erwarten klaree Trennlinie"
Die ÖLG erwarten von den übrigen politischen Parteien Österreichs und von allen demokratisch gesinnten ÖsterreicherInnen, dass - auch im Andenken an die enormen Opfer des Widerstandes gegen die NS-Diktatur - hier eine ganz klare Trennlinie gezogen wird.