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 12.3.2010 |
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"Nomaden-Notstandsplan" in Italien
Amnesty International hat gegen geplante Zwangsräumungen und Umsiedlungen von Sinti und Roma in Italien protestiert. Ziel des Plans ist, alle Sinti und Roma aus der italienischen Hauptstadt zu verdrängen.
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Die Organisation wertet den Plan als Verstoss gegen die Menschenrechte.
In den kommenden Monaten drohe mehr als 7200 Sinti und Roma in Rom und Umgebung die Zwangsräumung und Zerstörung ihrer Siedlungen, heisst es in einem gestern veröffentlichten Amnesty-Bericht. Laut Amnesty sollen 6000 von ihnen gegen ihren Willen in 13 isolierte Grosslager umgesiedelt werden, für mehr als 1200 Betroffene ist demnach keine andere Unterbringung vorgesehen.
Der sogenannte "Nomaden-Notstandsplan" sehe unter dem Vorwand der Kriminalitätsbekämpfung umfangreiche Sondervollmachten für die Behörden vor, kritisierte Amnesty. |
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Erneute Stigmatisierung
Mit dem Notstandsplan würden die Sinti und Roma in Italien erneut stigmatisiert, kritisiert Amnesty. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation sind die meisten der in Rom lebenden Roma und Sinti, anders als von den italienischen Behörden behauptet, keine Nomaden.
"Das Gegenteil ist der Fall", erklärte die Italien-Expertin von Amnesty International in Deutschland, Gisela Langhoff. "Die grosse Mehrheit der Roma und Sinti in Italien möchte in Häusern wohnen wie jeder andere Italiener auch." Wenn sie ihr Obdach verlören, müssten die Behörden ihnen angemessene Ersatzunterkünfte anbieten und für eine Entschädigung des Verlusts sorgen.
Im Moment gilt der "Nomaden-Notstandsplan" nach Angaben von Amnesty nur für Rom und Umgebung. Amnesty-Expertin Langhoff fürchtet jedoch, dass sich Politiker aus anderen Regionen in Italien den Plan zum Vorbild nehmen könnten. Internationale Organisationen hatten den italienischen Behörden schon mehrfach Diskriminierung der Roma vorgeworfen.
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