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So | 12.02.2012
Radio Kaktus
4.5.2007 20:00 Uhr
12.5.2007 20:30 Uhr
Karavan Familia
"Ungarn ist unsere Heimat. Egal wohin wir gehen, wir repräsentieren Ungarn. Die ungarische Romakultur ist ein Teil der ungarischen Kultur und das ist ein Teil der europäischen Kultur", sagt István Nagy, Leiter der Band "Karaván Familia".
"Karaván Familia", eine Musiker-Familie aus Ungarn, gastierte vor kurzem im Wiener Ost Klub. Karavan Familia sind. In der Band spielen neben István Nagy seine Frau Ilona "Ica" Farkas und ihre Kinder Nikolett "Niki", 14 jahre, und István, 16 Jahre alt, mit. "Die Gruppe entstand in 2004. Wir haben darauf gewartet, dass die Kinder ins richtige Alter kommen, so dass sie an der Band teilnehmen konnten. Das Mädchen hat bereits seit ihrem 3. Lebensjahr auf der Bühne getanzt. Der Junge ist Mitglied, seit dem er E-Gitarre spielen kann", erläutert Mutter Ilona "Ica" Farkas.
"Karavan" passt der Volksgruppe
Zu dem Namen kam die Familie völlig zufällig. In 2002 brachten sie ihre CD heraus und da entstand der Name Karavan. Sie dachten, der Name drückt schon die Vielfalt aus. Er hat etwas mit Reisen zu tun und da sie auch in verschiedene Länder reisen, kommen sie mit unterschiedlichen Kulturen in Berührung, so der Vater István Nagy, der selbst ein Gadje ist.
"István liebt unterschiedliche Art von Musik. Als ich ihn kennen gelernt habe, war er schon ganz drinen in dieser Musikrichtung und es war dann automatisch, dass ich auch diese Richtung eingeschlagen habe. Die Kinder wuchsen mit dieser Musik auf. Somit können wir es István verdanken, dass wir so vielseitig in der Musik sind", erzählt "Ica".
Von Flamenco bis Blues
Die Karavan Famila steht mittlerweile an der Spitze der Gypsy Weltmusik Szene. Ihr Repertoire besteht aus Roma-Volksliedern mit Elementen von Flamenco, Rumba, afrikanischen Rhythmen, Mississipi Blues sowie mazedonischen und bulgarischen Einflüssen. Ihre erste LP "Gipsy Flamenco" haben sie gemeinsam mit dem weltberühmten Serben Boban Marković aufgenommen, steht auf der Homapage des Veranstalters ihres Wiener Konzertes im "Ost-Klub".
"Diese Art der Zigeunerfolklore, die wir spielen, ist eine vokalische Musik und dabei haben wir es auch belassen. Auf dem Gesang liegt das Augenmerk und jede/r SängerIn in der Gruppe ist gleichberechtigt. Früher bestand der Zigeunerfolklore nur aus Gesang, das heißt es gab keine Instrumente. Es wurden nur simple Gegenstände benutz wie der Kochlöffel oder Mundharmonika", erklärt István Nagy.
(Ohne) Heimat mit vielfältiger Kultur
Letztes Jahr nahm die Band "Karavan Familia" an dem Eurovision-Festival in Schweden teil, bei dem sie den dritten Platz erreichte. "Das Publikum hat unsere Musik sehr angesprochen und das ist genau das, was wir uns erhoffen", meint Nagy. Sie begegnen bei ihren Tourneen in Europa vielen Roma. "Wir verstehen uns mit allen sehr gut. Sie sind auch Familie. Wenn wir irgendwo in der Welt auf einen Zigeuner treffen, dann wissen wir es. Wir spüren das. Diese Volksgruppe hat keine richtige Heimat und daher ist die Zigeunerkultur etwas sehr spezielles. Das ist etwas, was weiterlebt", betont Ilona "Ica" Farkas.
Hinweis
Anlässlich der 62-jährigen Wiederkehr der Befreiung der Häftlinge findet Sonntag, um 11.00 Uhr in der Gedenkstätte Mauthausen die alljährliche Befreiungsfeier statt. Im Rahmen der Befreiungsfeier wird am Samstag, den 05. Mai 2007, 20.00 Uhr, am Appellplatz des ehem. KZ-Mauthausen das Oratorium "und alle Toten starben friedlich" von Wolfgang R. Kubizek erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Serdar Erdost, Volksgruppenradio 1476