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Di | 14.02.2012
Zvídavý Mikrofon
10.8.2009 21:10Uhr
Radio Burgenland
Kindheit in der Emigration
"Ich bin stolz auf meinen Vater, dass er damals Signatar der Charta 77 war. Ich weiß nicht, ob ich auch diesen Mut gehabt hätte", sagt Jan Chmel, Sohn des Besitzers des legendären Lokals Nachtasyl.
Als Signatar der Charta 77 verließ Jiří Chmel 1982 mit seiner Frau und dem damals erst sechs Monate alten Jan die Tschechoslowakei. Jan Chmel erinnert sich an die Emigration nicht mehr, doch sein Vater berichtete ihm oft über die schwere Zeit der Flucht und des Neuanfanges.

"Als kleiner Junge konnte ich nie verstehen, warum meine Eltern nicht mit mir und meiner Schwester unsere Familie in Prag besuchen durften. Außerdem sah dort alles so anders aus, die Menschen standen in langen Schlangen vor den Geschäften, ich war dies aus Wien nicht gewohnt" erinnert sich Jan Chmel.
Sprache blieb Bestandteil des Familienlebens
Die Emigration bedeutete für Jan in erster Linie, Österreich als seine Heimat anzusehen. Doch die tschechische Sprache und Kultur blieb über alle politischen Hürden hinweg ein Bestandteil des Familienlebens. Heute profitiert Jan auch im beruflichen Leben von seinen Sprachkenntnissen.
In der nächsten Sendung von Zvídavý mikrofon, wird Jan über seine Kindheit und die Erlebnisse im Nachtasyl berichten.
Alexandra Marjanovičová, ORF Volksgruppenredaktion