Volksgruppen ORF.at Kroaten & Ungarn
wetter.ORF.at
Mo | 13.02.2012
Budapest
16.6.2008
Ungarn lehnt EU-Arbeitszeitrichtlinie ab
Ungarns sozialistische Regierung lehnt die in der Vorwoche von den Arbeitsministern der Europäischen Union beschlossene Arbeitszeitrichtlinie ab.
Die neue Regelung würde dazu führen, dass "noch weniger Ungarn noch mehr arbeiten", erklärte die ungarische Sozialministerin Erika Szücs am Montag auf einer Pressekonferenz in Budapest.
Beschäftigungsrate unterm EU-Durchschnitt
Derzeit liege die Beschäftigungsrate in Ungarn sieben bis acht Prozent unter dem EU-Durchschnitt, während die Anzahl der effektiv geleisteten Arbeitsstunden nur um 1,7 Prozent unter dem EU-Durchschnitt liege.

Absicht der Regierung sei es deshalb, "die Zahl der Beschäftigten und nicht die Arbeitszeit zu erhöhen", fügte sie hinzu. Die am vergangenen Dienstag beschlossene EU-Richtlinie sieht unter anderem vor, dass Arbeitnehmer unter bestimmten Umständen bis zu 65 Stunden arbeiten können.

Die niedrige Beschäftigungsrate in Ungarn ist nach Ansicht von Experten vor allem eine Folge großzügiger Sozialleistungen. Für viele Menschen im aktiven Alter sei es attraktiver, in Frühpension zu gehen, Kindergeld zu beziehen oder von Sozialhilfe zu leben als einer regulären Arbeit nachzugehen.