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Mo | 13.02.2012

".yu" verschwindet aus dem Internet
Mehr als vier Jahre nach seinem Ende als Staat soll Jugoslawien nun auch aus dem Internet verschwinden. Die Domäne ".yu" (Abkürzung des englischen "Yugoslavia") soll nur noch bis 30. September 2009 verwendet werden.
Das beschloss für die Verwaltung von Internetadressen zuständige Behörde ICANN bei ihrer Sitzung vorige Woche.
Adressen werden aufgeteilt
Alle Adressen mit dieser Endung sollen auf die Top-Level-Domains ".rs" (für Serbien) oder ".me" (für Montenegro) umgestellt werden, entschied das oberste Internet Aufsichtsgremium.

Die Verwaltung der Domäne ".rs" sei einer neuen serbischen Internet-Aufsichtsbehörde anvertraut worden, während die Kompetenz zur Vergabe der ".me"-Adressen zunächst der montenegrinischen Regierung zufallen soll, teilte ICANN mit. Die serbische Behörde solle zudem für die Überführung der bisherigen ".yu"-Adressen auf andere Domänen sorgen.
Aufspaltung von Jugoslawien
Bereits Anfang der 1990er Jahre hatten sich Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien von Jugoslawien abgespalten. Um eine Unabhängigkeit der mehrheitlich von Albanern bewohnten südserbischen Provinz Kosovo wird derzeit noch gerungen wird.
Neue Domänen durch Unabhängikeit
Die Bundesrepublik Jugoslawien war im Jahr 2003 in den Staatenbund Serbien-Montenegro umgewandelt worden, der sich nicht nur im Internet als Totgeburt herausstellte. Die für den Staatenbund vergebene Domäne ".cs" wurde nie genutzt, da Montenegro vehement nach Unabhängigkeit strebte und diese unmittelbar nach Auslaufen einer von der EU aufgezwungenen dreijährigen Stillhaltefrist im Mai 2006 umsetzte.

Ob Jugoslawien tatsächlich völlig aus dem Internet verschwinden wird, ist ungewiss. Schließlich gibt es immer noch tausende Internetadressen, die auf ".su" (Sowjetunion)enden, obwohl die Sowjetunion bereits seit 1991 nicht mehr existiert.