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Mo | 20.05.2013

Erste Grammatik der slowakischen Roma
Die Sprache der in der Slowakei lebenden Roma ist kodifiziert worden. Erstellt vom staatlichen Pädagogischen Institut, wurden erstmals eine Orthografie, eine Grammatik und ein Wörterbuch des slowakischen Romanes veröffentlicht.
Der Europäische Sozialfonds hat die Lehrwerke finanziert. Die Kodifizierung ihrer Sprache soll Kindern der Volksgruppe den Zugang zu Bildung erleichtern.
Romanes an einigen Schulen gelehrt
An mehreren slowakischen Grund- und Mittelschulen wird Romanes gelehrt. In der ostslowakischen Stadt Košice gibt es beispielsweise seit fünf Jahren ein privates Roma-Gymnasium.

Heuer legten die ersten Absolventen die Matura ab. Unter den slowakischen Roma gab es heftige Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der Kodifizierung und Einführung der Roma-Sprache in die Schulen.
100.000 Roma leben in Slums
Aufmerksamkeit richtet sich vor allem aber auf jene ungefähr 100.000 Roma, die in etwa 150 slumartigen Siedlungen ohne elementare Infrastruktur leben. Sie haben weniger Zugang zu Arbeit und Bildung, sind zumeist arbeitslos und leben von Sozialhilfe.

Die Reduktion der staatlichen Unterstützung führte im Frühling 2004 zu Unruhen. Die damalige Mitte-Rechts-Regierung reagierte mit dem Einsatz von Polizei und Militäreinheiten. NGOs sehen die Hebung des Bildungsstandards als Schlüssel zur Verbesserung der sozialen Lage der Roma.
Fast 400.000 Roma leben in Slowakei
Viele argumentierten, dass der Unterricht in der Muttersprache die gesellschaftliche Isolierung der Roma weiter vertiefen könnte. Die Situation der Roma ist ein ungelöstes Problem der slowakischen Gesellschaft und Politik.

Dabei ist nicht einmal genau bekannt, wie viele Roma in der Slowakei leben. Bei der letzten Volkszählung hatten sich ungefähr 80.000 Menschen als Roma deklariert. Laut inoffiziellen Schätzungen ist von 300.000 bis 400.000 Roma in dem Fünf-Millionen-Land auszugehen.