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Mi | 22.05.2013
Stjepan Mesić. (Bild: APA)
19.4.2012
Neue Vorwürfe gegen Mesić
Die Briefe des österreichischen Lobbyisten Wolfgang Riedl an den finnischen Panzerhersteller Patria werfen in Kroatien viele Fragen auf.
Erneut Thema ist vor allem die Rolle des kroatischen Ex-Präsident Stjepan Mesić in der Affäre um den Kauf von Panzern des finnischen Unternehmens Patria.
Dokumente stammen angeblich aus Österreich
In einem so bezeichneten "Lagebericht" zu Kroatien vom 27. Juni 2005, den Riedl angeblich nach Finnland geschickt haben soll, schreibt der österreichische Lobbyist, dass der damalige kroatische Präsident Stjepan Mesić und Ex-Premier Franjo Gregurić die Firma Patria favorisieren würden.

Die Dokumente, die das Portal "tportal.hr" veröffentlicht hat, stammen angeblich aus Ermittlerkreisen aus Österreich.

Zuerst veröffentlicht wurden sie von den slowenischen Journalisten Blaz Zgaga und Matej Surć in ihrem neuesten Aufdeckerbuch zum Waffenschmuggel im Ex-Jugoslawienkrieg. Riedl steht derzeit in Wien wegen der Patria-Affäre vor Gericht.
Auftrag für 84 Fahrzeuge an Firma Patria
Kroatien hatte 2007 den Auftrag für 84 Panzerfahrzeuge an die Firma Patria vergeben. Steyr-Damiler-Puch Spezialfahrzeuge (SSF), das ebenfalls ein Angebot gelegt hatte, ging leer aus.

Schon vor wenigen Wochen hatten kroatische Medien über Mesic' Rolle in der Patria-Affäre spekuliert, nachdem bekannt geworden war, dass kroatische Ermittler sich für die Besucher im Präsidentenamt in der Zeit der Panzerverhandlungen interessierten. Mesić hatte die Mutmaßungen scharf zurückgewiesen.

Auf die neuen Vorwürfe verweigerte er bisher jeglichen Kommentar. In den Unterlagen der österreichischen Staatsanwaltschaft ist auch die Rede von einem "Superminister", gegen den die österreichischen Behörden ebenfalls ermitteln, dessen Identität der Öffentlichkeit jedoch bisher nicht bekannt ist.