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Aleksanyan & Bildik: Sprache der Kunst
Sie seien "integrationspolitische Botschafter", ehrte die Wiener Integrationsstadrätin Sandra Frauenberger heute zwei Wiener Künstler, Aret Güzel Aleksanyan und Mansur Bildik, mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Stadt Wien.
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Abseits der multikulturellen Romantik
Aret Güzel Aleksanyan und Mansur Bildik hätten mit ihren künstlerischen Aktivitäten Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammengebracht und zur Entstehung einer neuen gemeinsamen Identität in Wien verholfen, sagte Sandra Frauenberger in ihrer Laudatio im Wappensaal des Wiener Rathauses. Die beiden Künstler täten dies vor allem abseits der multikulturellen Romantik, hob Frauenberger bei der heutigen Verleihung besonders hervor.
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Beim festlichen Akt der Verleihung begleiteten viele prominente Gäste die ausgezeichneten Künstler. Selim Yenel, Botschafter der Republik Türkei, Istem Cırcıroğlu und Sedat Önal von der türkischen Botschaft in Wien, Manfried Welan, Landtagsabgeordneten Nurten Yılmaz, Godwin Schuster, Ernst Woller, Alev Korun und Bezirksvorsteher Erich Hohenberger, wohnten heute mit Familienangehörigen, FreundInnen und WegbereiterInnen der Künstler den bewegten Momenten bei. |
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Kunst als verbindendes Element
Aret Güzel Aleksanyan, 1954 in der Türkei geboren, kam mit 20 Jahren nach Wien mit gut "ausgestatteten soliden Deutschkenntnissen" des St. Georg Kollegs in Istanbul, wie er heute sagt. Er studierte am Max Reinhardt Seminar Regie. 1988 gründete Aleksanyan ein
türkischsprachiges Theaterensemble für MigrantInnen und leistete somit Pionierarbeit in diesem Bereich. 1992 übernahm er die Leitung des Interkulttheaters in der Fillgradergasse in Wien Mariahilf.
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Mit seinem Engagement als Leiter des Interkulttheaters und mit dem vielfältigen Angebot bewies und beweist Güzel Aleksanyan auch heute, dass die Kunst ein verbindendes Element in verschieden Bereichen des öffentlichen Lebens sein kann. Es sei genau der Punkt, die Identität unterschiedlicher Gruppen im künstlerischen Raum wahrzunehmen und auch dabei den Erhalt der Muttersprache zu fördern, unterstrich Integrationsstadrätin Sandra Frauenberger die Errungenschaft von Aleksanyan.
Aleksanyan begann seine Dankesrede mit einer Geschichte, die eine "kleine Lüge" beinhaltet.
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Er habe nun zwei Heimaten, je nachdem, wo er sich gerade befindet, packe ihn das Heimweh nach der anderen. "Es ist ein Privilegium, in zwei Kulturen zu Hause zu sein", meinte Aret Güzel Aleksanyan sichtlich gerührt. Er habe es satt, immer als Mitbürger mit einem Migrations-hintergrund bezeichnet zu werden. Es sei gut, dass das Wort Migrant, wie es sich hier versteht, im Hintergrund steht. Im Vordergrund sei jedoch das Leben hier und jetzt, sagte Güzel Aleksanyan in seiner Rede humorvoll.
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Alle MigrantInnen ausgezeichnet
"Ich werde es mit Stolz tragen", war der abschließende Satz des Sazvirtuosen Mansur Bildik in seiner heutigen Dankesrede. Er nehme die Auszeichnung im Namen aller MigrantInnen entgegen, denn sie leisten tagtäglich sehr wertvolle Arbeit für die Bundeshauptstadt Wien, sagte Bildik bescheiden wie immer.
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Bildik wurde 1949 in der Stadt Tunceli in der Ost-Süd Türkei geboren. Seine Familie prägte ihn schon im Kindesalter musikalisch und er zeigte sehr schnell seine großen Begabungen an der türkischen Langhalslaute, genannt "Saz". Fortan waren Bildik und sein Saz untrennbar. |
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Internationale Sprache seiner Kunst
Nach der Grundschule gewann Bildik die Aufnahmeprüfung des staatlichen Senders TRT in Izmir für das Radio-Orchester und perfektionierte sein Können und Wissen in der Volksmusik. Im Laufe seiner Karriere gab er zahlreiche Konzerte im Inland und Ausland. Eines Tages machte er in Wien halt und die Hauptstadt wurde dann zu seiner zweiten Heimat, auch wenn es am Anfang mit Behörden nicht immer unproblematisch war, erinnert sich Bildik.
Auch in der Zeit, als er am Franz Schubert Konservatorium weiter studierte und gleichzeitig Saz-Unterricht gab, war Bildik stets bemüht, die Philosophie und Kunst, die sich in der Saz vereinen, zu internationalisieren. Dafür gründete er den Wiener Verein "Saz" und weitete den Kreis der LiebhaberInnen dieses Instrumentes aus unterschiedlichen Kulturkreisen aus. Während sich Bildik zur internationalen Sprache entwickelte, vergaß er nicht die Werte der traditionellen Saz-Kunst an Jugendliche weiterzuvermitteln. So verbindet Bildik Orient mit Okzident, wirkt in vielen Musikgruppen vom Austro-Pop bis zum Jazz mit. Seine Ausdauer und Zielstrebigkeit zeichne ihn aus, beschreibt Sandra Frauenberger.
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Serdar Erdost, Volksgruppenredaktion 1476
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