Yad Vashem-Ausstellung „Shoah“ - bis 30.6.2018

Die von Yad Vashem kuratierte Wanderausstellung „Shoah - Wie war es menschlich möglich?“ ist ab 11. April an der Universität Wien zu sehen. Die Ausstellung erzählt die gesamte Geschichte der Shoah und wurde um einen Österreich-Teil erweitert.

Die Shoah, die systematische Vernichtung des jüdischen Volkes durch die Nazis, ist eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit, die die furchtbaren Folgen von Fremdenhass, Antisemitismus und Rassismus, durch Manipulation, Neid und Vorurteilen lehrt.

Zweitklässler beim Sportunterricht, Riga, Lettland, 1933: Nur sieben der abgebildeten 37 Personen haben den Holocaust überlebt

Yad Vashem

Wanderausstellung "Shoah - Wie war das menschlich möglich? - Zweitklässler beim Sportunterricht, Riga, Lettland, 1933: Nur sieben der abgebildeten 37 Personen haben den Holocaust überlebt

„Shoah – Wie war es menschlich möglich?“ Ausstellung kuratiert von der Museumsabteilung Yad Vashem

von 11. April bis 30. Juni 2018, Universität Wien, Universitätsring 1 (1. Stock am Weg zur Bibliothek), 1010 Wien, Öffnungszeiten: Mo–Fr 8.00–22.00 Uhr, Sa 8.00–19.00 Uhr; freier Eintritt

Gesamte Geschichte der Shoah

„Shoah – Wie war es menschlich möglich?“ ist die erste Wanderausstellung der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, die nun von Milli Segal nach Österreich geholt wird. Da die Ausstellung die gesamte Geschichte der Shoah erzählt, bekommen die Besucherinnen und Besucher einen geschichtlichen Überblick über die schrecklichen Ereignisse dieses traurigen Kapitels der Menschheit und über das Schicksal der Jüdinnen und Juden in Europa zwischen 1933 und 1945. Durch die antisemitische und rassistische NS-Ideologie wurden etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet.

Wanderausstellung "Shoah - Wie war das menschlich möglich?"

Yad Vashem

Wanderausstellung „Shoah - Wie war das menschlich möglich?“

Vier Tafeln mit Österreichbezug

Die Ausstellung nimmt sich den wichtigsten geschichtlichen Aspekten der Shoah an, wie etwa des Aufstieges der Nationalsozialisten in Deutschland und der sogenannten „Endlösung“. Sie zeigt aber auch persönliche Geschichten auf und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen. Dazu wurden 19 Tafeln von der Museumsabteilung von Yad Vashem entwickelt. Vier Tafeln mit Österreichbezug werden in Wien hinzugefügt, dies unter der Ägide der beiden Historiker Brigitte Bailer-Galanda und Oliver Rahtkolb.

Thematische Reflexionen

Neben den chronologischen Ereignissen zeigt die Ausstellung auch thematische Reflexionen: Wie etwa Jüdinnen und Juden, die von den sie umgebenden Mehrheitsgesellschaften meist in Stich gelassen wurden, Wege suchten und fanden, um sich widersetzen zu können. Oder die Bedeutung der „Gerechten unter den Völkern“, jener nicht-jüdischer Menschen, die ihr Leben riskierten, um Juden zu retten. Letzteres bezeugt auch die Tatsache, dass es möglich war, jüdischen Menschen zu helfen.

„Dass wir uns erinnern“

Ausstellungsleiterin für Österreich Milli Segal, deren Großeltern auch in der Shoah ermordet wurden, betont die Notwendigkeit diese Ausstellung nach Österreich zu holen: „Es ist mir wichtig, aufzuzeigen, was geschehen kann, wenn Menschenverachtung und das Nichtzurückschrecken vor Mord an Unschuldigen die Oberhand gewinnt. Es gibt keine Sicherheit, dass solche Gräueltaten nicht wieder geschehen können. Daher dürfen wir nicht aufhören, durch Projekte wie diese Ausstellung, dafür Sorge zu tragen, dass wir uns erinnern.“

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