„Forum Migration“ - ab 18.1.2018

Ab dem 18. Jänner verwandelt sich das Innsbrucker Ferdinandeum für einen Monat lang in einen lebendigen Treffpunkt und Veranstaltungsort rund um das Thema Migration.

Kabarett, Musik, Performances, Lesungen, Work-shops, Diskussionen, Filme uvm. sind Teil eines vielfältigen Programms mit regionaler und internationaler Besetzung. Das Ferdinandeum will sich mit dem „Forum Migration“ als Begegnungsraum, wo gesellschaftspolitisch relevante Themen diskutiert und umfassend hinterfragt werden, präsentieren. Damit wird ein durchlässiger Übergang zwischen Museum und öffentlichem Raum geschaffen und die Rolle des Museums als dialogische Plattform unterstrichen, betont Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen.

Workshop "Asyl im Museum" im Ferdinandeum

TLM

Materialien für Workshop „Asyl im Museum“ im Ferdinandeum

„Forum Migration“

von Donnerstag, 18. Jänner bis Sonntag, 18. Februar 2018, Ferdinandeum, Museumsstraße 16, 6020 Innsbruck

Auftakt mit „Tolerator“

Als Auftakt der Veranstaltungsreihe steht am 18. Jänner Thomas Maurer auf der Bühne im Ferdinandeum. In seinem Programm „Tolerator“ beschäftigt sich der Kabarettist mit Toleranz und Intoleranz zu Religion, politischer Überzeugungen, Ernährung und vielem mehr.

Tagung & Diskussionsrunden

„100 Jahre Republik Österreich. Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Migration, Flucht und Asyl“ ist der Titel einer Tagung, die am 23. Jänner mit Mark Terkessidis, deutscher Journalist, Autor und Migrationsforscher, einen anregenden kritischen Auftakt setzt. Am 24. Jänner werden verteilt über den Tag in vier Diskussionsrunden widersprüchliche Perspektiven zu Flucht und Migration angesprochen. Es diskutieren kritische Köpfe der Zivilgesellschaft mit WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen. Es geht um den Zusammenhang von Gegenwart und Vergangenheit, um die Geflüchteten der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren und jene der Flucht von 2015.

Podiumsdiskussionen und Erzählcafés

Zwei Erzählcafés und eine Podiumsdiskussion werfen einen Blick darauf, wie das Thema Migration von Geflüchteten von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Medien wahrgenommen wird. Am 19. Jänner findet ein Offenes Forum & Café zum Thema „Flucht: damals und heute“ statt. Darin erläutern Menschen, die im Zuge der Balkankriege flüchteten, und heutige Geflüchtete Fragen nach Strategien und Herausforderungen, die ein Neuanfang nach der Flucht mit sich bringt. In einer Podiumsdiskussion am 17. Februar diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Medien über die Instrumentalisierung von Migration in der Politik in Österreich. Unter der Moderation von Irene Brickner (Der Standard) diskutieren die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak, der Sozial- und Meinungsforscher Christoph Hofinger, der Medienhistoriker Fritz Hausjell und die Journalistin Anneliese Rohrer (Die Presse).

Performance Installation "Work in Progress - Personal Map" von Nezaket Ekici

Asiatopia International Performance Festival Bangkok 2018

Performances von Nezaket Ekici & Franz Wassermann

Programmhighlights der Veranstaltungsreihe sind mitunter die Performances von Künstlerinnen und Künstler wie Nezaket Ekici und Franz Wassermann. Die deutsch-türkische Künstlerin Ekici beschreibt mit ihrer Darbietung ihren eigenen performativen Werdegang in den letzten 20 Jahren. Sie rekonstruiert dabei die Reisewege, die sie während der weltweiten Aufführung von über 200 verschiedenen Performances zurücklegte. Dabei tauchen verschiedene Fragen zur Erfahrung der Mobilität und deren sozialen Konventionen auf. Franz Wassermann arbeitet für seine Performance „SUUM CUIQUE: Jedem das Seine“ mit Menschen zusammen, die von Österreich illegalisiert und abgeschoben werden. Das Museum wird dabei zum Schutzraum, aus dem heraus sie Wort ergreifen können. Eine Leinwand an der Außenfassade des Ferdinandeum dient Wassermann als Kommunikationsfläche in den öffentlichen Raum.

Literatur am Sonntag

Vier Sonntage stehen ganz im Zeichen der Literatur. Die Lyrikerin Seher Çakir und der Autor Selim Özdoğan lesen aus ihren Werken und sprechen im Anschluss über ihre Zugänge zum Schreiben (21. Jänner). Literarische Positionen aus der Schweiz bilden den Mittelpunkt einer Lesung mit Melinda Nadj Abonji und Martin R. Dean (28. Jänner). Im Rahmen des Projekts „Interkulturelles künstlerisches Schaffen“ des Vereins Alp-Inn werden am 11. Februar Werke von in Tirol lebenden Schriftstellerinnen und Schriftstellern vom Balkan, aus Russland, Afrika sowie dem Nahen Osten vorgetragen. Christian Kayed und Nurdan Yaldiz Mete erzählen auf Türkisch und Deutsch Geschichten aus aller Welt. Denis Mete begleitet sie auf der Oud und Ney (18. Februar).

Musik, Film & Poetry Slam

Im Rahmen des „Forum Migration“ finden im Ferdinandeum auch zahlreiche Konzerte - u.a. „Echos der Vielfalt“ am 3. Februar - und Filmabende sowie ein „Langer Tag des Films“ (4. Februar) statt. Ein von Markus Koschuh moderierter Poetry Slam steht unter dem Motto „Poetry SlaMuseum: Hier geblieben!“ Dabei füllt die Tiroler Poetry Slam-Szene das Ferdinandeum mit lebhaften Worten zum aktuellen Programmschwerpunkt (31. Jänner).

„Die Bäckerei goes Ferdinandeum“

Während der Veranstaltungsreihe übersiedelt die Bäckerei – Kulturbackstube ins Ferdinandeum. Der Verein betreut im Museum einen Begegnungsraum, wo Menschen sich willkommen fühlen sollen und selbst aktiv werden können.

"Forum Migration" von 18.1.-18.2.2018 im Ferdinandeum in Innsbruck

florianmatthias

Mehrjähriges Projekt

„Forum Migration“ ist der letzte Teil eines mehrjährigen Projekts zur Migrationsgeschichte Tirols. Das Programm wurde von den Tirolern Landesmuseen in Kooperation mit dem Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT) und der Abteilung Gesellschaft und Arbeit, Integration des Landes Tirol konzipiert und gemeinsam mit zahlreichen Partnern und lokalen Kulturorganisationen gestaltet.

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