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Balkan |
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Geschichtsaufarbeitung erfolgt "langsam"
Jahren nach den Balkan-Kriegen dominieren nach Ansicht von Experten noch immer divergente Erinnerungen und ein selektives Geschichtsverständnis im ehemaligen Jugoslawien.
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Geschichte werde für politische Manipulation und der Stärkung einzelner ethischer Gemeinschaften instrumentalisiert, heißt es bei einem vom Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) mitorganisierten Symposium am Dienstag in Wien über Geschichtsaufarbeitung und den Aussöhnungsprozess am Westbalkan. "Die Situation ändert sich, aber langsam", sagte Drago Hedl, früherer Herausgeber der im Juni eingestellten kroatisch, kritisch-satirischen Wochenzeitung "Feral Tribune". |
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"Wir haben ein Diskussionsproblem"
"Wir haben ein Diskussionsproblem. Eine solche Diskussion (über Vergangenheitsaufarbeitung, Anm.) ist nicht wichtig für die Medien. Und was nicht in den Medien ist, ist nicht passiert", so Hedl zu dem Fortschritt in der Vergangenheitsbewältigung.
Über Kriegsverbrechen zu berichten, besonders den von der eigenen Volksgruppe begangenen, sei eine "Herausforderung" und "konstante Bedrohung" für die Journalisten - die sich oft mit Drohungen konfrontiert sähen, meinte Veran Matic, Mitgründer und Geschäftsführer der serbischen unabhängigen Rundfunkstation "B92". Die Aufarbeitung der Geschichte sei auch wichtig, dass Politiker diese nicht in ihrem Interesse missbrauchen könnten.
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Berichterstattung über Kriegsverbrechen sei "nicht populär"
Matic fordert einen "systematischen Zugang" statt eines "ad hoc-Zugangs" für die Geschichtsaufarbeitung und fordert die Teilnahme der öffentlich-rechtlichen Sender ein, die dafür mitverantwortlich seien.
Die "gängigen Medien" widmeten sich dieser Thematik in der Regel nicht. Die Berichterstattung über Kriegsverbrechen sei "nicht populär", speziell jene über die Volksgruppe aus der man kommt, ergänzte Hedl, der nach eigenen Angaben versucht mit seinen journalistischen Kollegen gegenzusteuern. "Jemand muss den Job tun."
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"Fakten sind eine Sache ..."
"Fakten sind eine Sache. Dass man die Menschen dazu bringt, diese auch zu akzeptieren, eine zweite", sagte Migjen Kelmendi, Gründer und Herausgebern der kosovarischen Printmedien "Epoca" und "Java" in Prishtina. Ausschließlich in seinen Medien werde der kosovarisch-albanische Dialekt verwendet, den eine Vielzahl der Menschen im Kosovo sprächen, und der sonst verbannt und durch die albanische Hochsprache ersetzt würde.
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Regierungssender
Viele Medienschaffende verlören den Glauben in die Möglichkeit von unabhängigen Medien, weil große Medienkonzerne so mächtig seien, und es schwierig sei, diesen entgegenzutreten. "Wie soll man damit umgehen, ohne gegessen zu werden, wenn man ein kleiner Fisch ist?", fragte Kelmendi. Die öffentlich-rechtlichen Sender ("public services") seien aufgrund ihrer Kontrolle durch Regierungsstellen eigentlich Regierungssender ("governmental services").
"Die Vergangenheit verfolgt die Balkan-Staaten auf ihrem Weg in Richtung EU-Integration", findet sich in den Presseunterlagen der Veranstalter IDM, "Center for European Integration Studies" (CEIS) und Osservatorio Balcani e Caucasus. Fortschritte beim Versöhnungsprozess und eine gute Nachbarschaftspolitik der Länder der Region seien für ihren Weg in Richtung EU notwendig.
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