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Mo | 13.02.2012
Dokumentations-archiv
für Islamophobie
Kritik an Grazer Richter
Im Zusammenhang mit dem Prozess um einen muslimischen Wehrdienstverweigerer im Grazer Straflandesgericht kritisierte heute das Dokumentationsarchiv für Islamophobie (DAI) die Aussagen des Richters.
Gestern stand ein 23-jähriger österreicherischer Muslime vor Gericht, weil er den Wehrdienst verweigert hatte. Er wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt. Richter Gernot Patzak habe zur Wehrdienstverweigerung des Angeklagten gemeint, es gäbe genügend Muslime, die eine Waffe benützen würden. In einer Aussendung des DAI hieß es, das Urteil sei nachvollziehbar, nicht jedoch der Kommentar des Richters. Dieser hatte zum Angeklagten gemeint: "Schlagen Sie doch die Zeitung auf - da sehen Sie genügend Ihrer Gleichgesinnten mit Waffen, die sie nicht nur tragen, sondern auch benützen".
"Unqualifizierte Meldungen"
Dazu meinte Alexander Steffek, Vorsitzender des Archivs: "Eine Vielzahl an muslimischen Männern absolviert den Wehrdienst und ist vollständig in die Strukturen des österreichischen Bundesheeres integriert. Zudem ist aber auch anzuerkennen, dass ein Teil der Muslimen einen solchen Dienst aus pazifistischen Gründen ablehnt. Aus diesem Grund sind solche unqualifizierten Meldungen, die die Gefühle vieler muslimischer BürgerInnen verletzen, nicht angebracht."
Das Dokumentationsarchiv für Islamophobie wurde im Frühjahr 2006 gegründet. Das Anliegen des DAI ist es, das Phänomen Islamophobie wahrzunehmen. Dementsprechend gilt als Zielsetzung die Beobachtung, Thematisierung, Aufklärung und Sensibilisierung in Bezug auf Islamophobie.