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Mi | 16.05.2012
Bischof Michael Nazir-Ali Todesdrohungen aus islamistischen Kreisen
Der britische anglikanische Bischof Michael Nazir-Ali ist Gegenstand von Todesdrohungen aus islamistischen Kreisen. Das meldete Kathpress.
Der Bischof von Rochester, der aus Pakistan stammt, hatte im Jänner in einem Artikel für den "Sunday Telegraph" darauf verwiesen, dass es in britischen Städten Bezirke gebe, in denen sich Nichtmuslime nicht mehr blicken lassen dürfen.
"no-go-areas" für Nichtmuslime
In diesen Bezirken seien auch die britischen Sicherheits- und Justizbehörden hilflos, es handle sich de facto um "no-go-areas" für Nichtmuslime. Der Bischof kritisierte weiters das Bestreben, manchen Stadtgebieten einen "islamischen Charakter" zu geben - als Beispiel nannte er die Forderung nach der Lautsprecherübertragung des islamischen Gebetsrufes ("al-adhan").
Islam-Rat kritisiert Äußerungen des Bischofs
Seit der Veröffentlichung des Artikels im "Sunday Telegraph" steht Bischof Nazir-Ali unter dem besonderen Schutz der britischen Sicherheitsbehörden. Der anglikanische Bischof sagte wörtlich: "Als ich in Pakistan tätig war, habe ich von den örtlichen Islamisten Todesdrohungen erhalten; ich hätte es nie für möglich gehalten, dass das auch in Großbritannien geschehen kann."

Der Sprecher des britischen Islam-Rates, Ibrahim Mogra, sagte, die Todesdrohungen gegen Bischof Nazir-Ali seien "völlig inakzeptabel".

Der Islam-Rat hatte seinerseits die Äußerungen des Bischofs von Rochester kritisiert.
Streit wegen Lautsprecherübertragung
Über eine geplante Lautsprecherübertragung des islamischen Gebetsrufes ist indes in Oxford ein Streit entbrannt. Der Antrag der muslimischen Gemeinde stieß bei der nichtmuslimischen Bevölkerung auf entschiedene Ablehnung. Als Kompromiss schlug der Imam der Moschee daher vor, den Gebetsruf nur freitags zu übertragen. Der Primas der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams, bezeichnete den öffentlichen islamischen Gebetsruf als "unangemessen", weil er einen Machtanspruch darstelle. In Oxford handle es sich nicht um ein rein muslimisch geprägtes Stadtviertel. Der Oxforder anglikanische Bischof John Pritchard zeigte sich hingegen grundsätzlich einverstanden mit den islamischen Ansprüchen.